Einsortiert unter: Deppenschelte, Deutschland, Ein ganzes Land braucht Therapie, Gesundheitswahn, Kultur, Medien, Philosophie, TV, Wo bleibt das Positive? | Schlagwörter: Alexander Kluge, bob dylan, bruce springsteen, Bundespräsident, Charlotte Roche, Deutschland, Gauck, Gesellschaft, Gesundheit!, Helmut Schmidt, leonard cohen, popstar, raucher, Raucherhatz, ZDF
Da jammere ich immer, dass wir keinen Leonard Cohen haben, keinen Bob Dylan, noch nicht mal einen Bruce Springsteen. Gibt’s denn bei uns wirklich keine guten alten Männer? Schnell, wer fällt Euch da ein? Muss ja kein Popstar sein … den Gauck hielt ich mal für eine Option, der hat allerdings inzwischen viel Schmarrn geredet. Gut, wir haben immerhin noch den Raucher. (Und Rauchen ist, wie jeder weiß, in gewissen Zusammenhängen – und gerade im Fernsehen – sogar eine künstlerische Handlung, ganz gleich, wie oft sich die Anti-Raucher-Nazis darüber beschweren. Aber vor allem haben wir den ganz großartigen Alexander Kluge. Der ist ein echter Popstar, auf seine Weise.
Einsortiert unter: Deppenschelte, Deutschland, Erziehung, Philosophie, Politik, TV, Was fehlt uns denn?, Wirtschaft & Wahnsinn | Schlagwörter: Bundespräsident, Dass ich nicht lache, Deutschland, Dilettanten, Gesellschaft, Macht, Nachtstudio 19. 2. 12, Schmidt-Salomon, Stümper, Thomas Rietzschel, TV, Uwe Wirth
Natürlich gibt es im deutschen Fernsehen auch mal Premium-Content, bitte sehr:
Michael Schmidt-Salomon („Keine Macht den Doofen“), Thomas Rietzschel („Die Stunde der Dilettanten: Wie wir uns verschaukeln lassen“) und Uwe Wirth („Dilettantismus als Beruf“ unterhielten sich zu später Stunde darüber, wie’s die postdemokratischen Polit-Darsteller verkacken. Würde es zuhören, unserem politischen Personal klängen die Ohren. Leider hat es genug damit zu tun, sich um die Macht zu balgen.
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Schramm mal wieder. Diesmal zu den Themen “Das Böse” und “Wie die niederländische Regierung seinerzeit auf das Platzen der Tulpenzwiebel-Blase reagiert hat”.
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Bereits eine meiner ersten Kolumnen in der GAZETTE beschäftigte sich mit weiblichen Nazis – und ich kapiere heute so wenig wie damals, dass es nach dem Holocaust überhaupt noch Nazis gibt. Am allerwenigsten verstehe ich, wie Frauen da mitmachen konnten/können. Das ist natürlich ein Vorurteil, deshalb höre ich meiner Schwiegermutter (86) sehr genau zu, wenn sie erzählt, wie das damals war, wenn man nicht zu den Gruppenabenden wollte. Und ich weiß auch, dass es KZ-Wärterinnen gab, und flammende Hitler-Verehrerinnen aus den besten Kreisen, darunter übrigens Coco Chanel und Wallis Simpson, die heute noch von politisch unbeleckten Modefuzzis als Stil-Ikonen gefeiert werden. Ulrike Heidenreich hat in der Süddeutschen Zeitung vom 21./22. Januar 2012 einen aufschlussreichen Artikel über Nazissen veröffentlicht, den ich online nicht gefunden habe und deshalb hierher kopiere :
Zum Vergrößern auf die Bilder klicken. Die Qualität lässt zu wünschen übrig, das bitte ich zu entschuldigen. Versuchen Sie dennoch, diese Analyse zu lesen, denn das Thema ist wichtig: Die verkorksten Gören in Springerstiefeln von vor zehn Jahren sind inzwischen in der “Mitte der Gesellschaft” angekommen”. Es leben ja nur noch wenige Zeitzeugen, die den jungen Frauen im O-Ton, so von Mensch zu Mensch, verständlich machen könnten, was sich aus derlei Gedankengut entwickelt; meine Schwiegermutter zum Beispiel, oder Marcel Reich-Ranicki. Hier seine Rede vor dem Bundestag im Wortlaut. Ist es wirklich das, was diese Weiber mit ihrer Deutschtümelei erreichen wollen?
Nachtrag: Heike Pohl empfahl mir diesen Link – hier wird so eine braune Übermutter vorgestellt. Interessante Lektüre.
Einsortiert unter: Deppenschelte, Deutschland, Ein ganzes Land braucht Therapie, Erziehung, Medien, Politik, Was fehlt uns denn?, Wirtschaft & Wahnsinn | Schlagwörter: "Journalismus", "Pro Christ"ian Wulff, "Volk", Bundespräsident, Deppenschelte, Deutschland, Gesellschaft, Medien, pressthink, Provinzposse, tv interview
Jay Rosens pressthink denkt hier über den Geist der Demokratie in der Medienmaschine nach. Und aktuell über die Stammesrituale der Politik-“Journalisten“/-“Berater“; da verschwimmt ja mittlerweile einiges. (Die Links habe ich übrigens von Jürgen Kalwa, danke sehr.)
Davon abgesehen: Unser Bunzpräsident hat seine neue Rolle – die in etwa der englischen Königin entspricht – leider nicht verstanden, wie im TV-Interview vom 4. 1. 2012 (hier der Wortlaut) schon bissl deutlich wird: „Wenn man als Ministerpräsident keine Freunde mehr haben darf und wenn alle Politikerinnen und Politiker in Deutschland ab sofort nicht mehr bei Freunden übernachten dürfen, sondern, wenn Sie bei den Freunden im Gästezimmer übernachten, nach einer Rechnung verlangen müssen, dann verändert sich die Republik zum Negativen. Davon bin ich fest überzeugt. Und deswegen stehe ich zu diesen sechs Urlauben bei Freunden auf Norderney oder fünf, sechs Tage dort in Italien oder sieben Tage bei Freunden, mit den Freunden zusammen zu kochen, zu frühstücken, im Gästezimmer zu schlafen. Da erhebe ich auch keine Rechnung, wenn mich die Freunde hier in Berlin besuchen.“ Herzchen, die Queen kann auch nicht bei einen x-beliebigen Unternehmer übernachten. Und falls sie’s tut, darf sie sich nicht dabei erwischen lassen. Auf jeden Fall sollte es tunlichst nicht im britischen Äquivalent der BLÖD-Zeitung stehen. So hirnverbrannt wäre Lizzie nie gewesen, auf Murdochs AB zu schimpfen und ihm die Freundschaft zu kündigen. Aber sie ist ja auch auf ihr Amt hin erzogen worden… doch selbst eine prima Erziehung scheint in Deutschland nix zu helfen, wenn man sich mal KT „ich komme wieder, keine Frage“ Guttenbergs Medienstrategie anschaut. So gesehen wirft das Verhalten unserer „Staatsdiener“ in der Tat Fragen auf, die über das Abhaken unter „Provinzposse“ hinausgehen.
Siehe auch 168. Das höchste Amt
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Es gibt radikale Rechte in Deutschland – echt jetzt? Sind wir alle wahnsinnig überrascht und schockiert, gell. Der eigentliche Skandal ist doch, dass staatliche Stellen munter die Mittel für jene Organisationen kürzen, die sich gegen den braunen Bodensatz engagieren. Und wie die Gegendemonstranten kriminalisiert werden. Sehen Sie dazu das Interview mit dem Schriftsteller Ingo Schulze in Kulturzeit.
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Nicht dass sich etwas geändert hätte (dieses schöne Schramm-Tirade hat Thomas Kletschke gefunden und dankenswerterweise über Fazzebukk verbreitet).
https://www.youtube.com/watch?v=RkNddCXSLvM&feature=player_embedded
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Wo wir gerade bei P wie Presse waren: Heute steht in der Münchner Abendzeitung folgender Absatz: „Die resolute Frau arbeitet nach den Überfällen weiter, als wäre nichts geschehen. Meist an ihrer Seite: Sohn Jürgen, der nach einer Viruserkrankung im Koma lag.“ Wie jetzt? Der komatöse Sohn „meist“ dabei? Nicht nur, dass die Presseheinis uns ziemlich oft Unsinn erzählen, sie beherrschen auch ihre eigene Sprache immer weniger.
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Wie irre ist das denn: Einige deutsche Städte und Gemeinden haben tatsächlich ihre Wasserversorgung in private Hände gegeben, um Geld zu sparen/Geld zu verdienen. Und in chicen Hotels wird auf Flaschen gezogenes Fiji Wasser angeboten. Man fasst sich ans Hirn, wie prophetisch „Water – der Film“ von 1985 ist, der damals einfach ein großer Spaß war… danke für den Link an Thomas Kletschke. Auf arte gab’s die etwas ernster gemeinte Doku Water Makes Money.
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Wenn der neue Bunzpräsident mit „Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland” meint: „Jungejunge, sind inzwischen aber viele Türken hier“, hat er ganz recht (auch wenn seine Parteifreunde das jetzt mutwillig und medienwirksam falsch verstehen, nach dem Motto: Soll der Islam jetzt etwa gleichberechtigt hier rumlungern und unsere sagenhaft menschenfreundliche jüdisch-christliche Tradition irgendwie verdrängen, oder wie? Hat Wulff vielleicht etwas verwechselt und meint unsere humanistische Tradition? Ach bitte. Ihr wisst doch genau, dass der Chef sogar die richtig fundamentalistischen Christen gut findet!). Und weil man im Fernsehen oft diese schnippischen, gut ausgebildeten türkischstämmigen Mädels – mit und ohne Kopftuch – sieht, die Anwältin oder Journalistin oder Schauspielerin gelernt haben, denkt der Normalbürger: wie denn, Integration? Geht doch. Ja, ich bin ganz sicher, das wird schon. So in zwei, drei Generationen werden Geschichten wie die von Inci Y., einer Türkin in Deutschland, sich lesen wie eine Gruselstory aus lang vergangenen Zeiten (ungefähr so, wie wenn du einer jungen Frau heute erzählst, dass Oma noch den Opa um seine Unterschrift bitten musste, wenn sie einen Kredit aufnehmen oder sich eine Arbeit suchen wollte. Glaubt dir doch keine mehr). Aber: Was sich in diesen zwei, drei Generationen noch an unguten Auseinandersetzungen zwischen Blödianen abspielen wird, die ihre jeweilige Religion für ihre jeweilige Meinungsbildung instrumentalisieren – das wird nicht so lustig, schätze ich.

