365 x Deutschland


181. Stimmt gar nicht, dass ihn keiner mag

Irgendwie findet eine vielbeschäftigte Frau ja nie die Zeit, sich bei diesen Jahrmärkten des gesponserten Geschwätzes einzufinden, deshalb danke ich Spiegel online für das Bereitstellen von Sascha Lobos Vortrag auf der re:publica 2012. Also, ich mag Lobo, so halb. Der selbstrückbezüglich-Bindestrich-ironisierende Habitus nervt, zugegeben. Auch das Lispeln. Dennoch: Sollte der Mann jemals lernen, seine Gedanken auf Ted-Format (18 Minuten) zu verdichten, würden ihm manche, die ihn jetzt als eine Art Bonsai-Sloterdijk 2.0 abtun, vielleicht aufmerksamer zuhören.

Teil 1

Schon ermüdend, nicht wahr? Egal. Hier der Rest zum später Angucken:

Teil 2




180. Von den Isländern lernen II

Obwohl ein YouTube-Kommentator sagt: “I am icelandic and live in Iceland and i want to tell everyone that this is not true, a certain type of loans and their terms was corrected through the justice system but the public is basicly stillstruggling with the money fascists and secret societys. But not for long ;) “, klingt es doch wie ein Schritt in die richtige Richtung. (Siehe auch Beitrag 125):



178. Keine Macht den Doofen. Über Stümper in der Politik

Natürlich gibt es im deutschen Fernsehen auch mal Premium-Content, bitte sehr:

Nachtstudio mit Volker Panzer

Michael Schmidt-Salomon („Keine Macht den Doofen“), Thomas Rietzschel („Die Stunde der Dilettanten: Wie wir uns verschaukeln lassen“) und Uwe Wirth („Dilettantismus als Beruf“ unterhielten sich zu später Stunde darüber, wie’s die postdemokratischen Polit-Darsteller verkacken. Würde es zuhören, unserem politischen Personal klängen die Ohren. Leider hat es genug damit zu tun, sich um die Macht zu balgen.



177. Zorn III

Schramm mal wieder. Diesmal zu den Themen “Das Böse” und “Wie die niederländische Regierung seinerzeit auf das Platzen der Tulpenzwiebel-Blase reagiert hat”.




173. Und nun schalten wir um zur WERBUNG

Habe die ersten Kapitel meines neuen Buchprojekts vorgestellt und danke für die Erwähnung. Kollegenlob freut immer.

Wohin mit Oma? – Ein wunderbares Projekt von Inge Zumbach und Eva Herold-Münzer.



171. Nachruf auf eine deutsche Radio-Sendung

Seine Stimme begleitete mich seit meiner Kindheit – aber ich hatte bis heute noch nie ein Foto von ihm gesehen. Hier sind viele. Und jetzt ist die “Sonntagsbeilage” weg – die Sendung, die mir Michael Skasa zum Inbegriff des spitzfindigen Radio-Feuilletonisten werden ließ: Die Sonntagsbeilage in Byern 2. Unangepasst und profund gebildet, hochmusikalisch, frech und professionell. Mei, schad. Alles Gute zum 70., Herr Skasa. And may you stay forever young.

Michael Skasa



170. Das höchste Amt II, oder: Doch mehr als eine Provinzposse?

Jay Rosens pressthink denkt hier über den Geist der Demokratie in der Medienmaschine nach. Und aktuell über die Stammesrituale der Politik-“Journalisten“/-“Berater“; da verschwimmt ja mittlerweile einiges. (Die Links habe ich übrigens von Jürgen Kalwa, danke sehr.)
Davon abgesehen: Unser Bunzpräsident hat seine neue Rolle – die in etwa der englischen Königin entspricht – leider nicht verstanden, wie im TV-Interview vom 4. 1. 2012 (hier der Wortlaut) schon bissl deutlich wird: „Wenn man als Ministerpräsident keine Freunde mehr haben darf und wenn alle Politikerinnen und Politiker in Deutschland ab sofort nicht mehr bei Freunden übernachten dürfen, sondern, wenn Sie bei den Freunden im Gästezimmer übernachten, nach einer Rechnung verlangen müssen, dann verändert sich die Republik zum Negativen. Davon bin ich fest überzeugt. Und deswegen stehe ich zu diesen sechs Urlauben bei Freunden auf Norderney oder fünf, sechs Tage dort in Italien oder sieben Tage bei Freunden, mit den Freunden zusammen zu kochen, zu frühstücken, im Gästezimmer zu schlafen. Da erhebe ich auch keine Rechnung, wenn mich die Freunde hier in Berlin besuchen.“ Herzchen, die Queen kann auch nicht bei einen x-beliebigen Unternehmer übernachten. Und falls sie’s tut, darf sie sich nicht dabei erwischen lassen. Auf jeden Fall sollte es tunlichst nicht im britischen Äquivalent der BLÖD-Zeitung stehen. So hirnverbrannt wäre Lizzie nie gewesen, auf Murdochs AB zu schimpfen und ihm die Freundschaft zu kündigen. Aber sie ist ja auch auf ihr Amt hin erzogen worden… doch selbst eine prima Erziehung scheint in Deutschland nix zu helfen, wenn man sich mal KT „ich komme wieder, keine Frage“ Guttenbergs Medienstrategie anschaut. So gesehen wirft das Verhalten unserer „Staatsdiener“ in der Tat Fragen auf, die über das Abhaken unter „Provinzposse“ hinausgehen.

Siehe auch 168. Das höchste Amt



167. Braun

Es gibt radikale Rechte in Deutschland – echt jetzt? Sind wir alle wahnsinnig überrascht und schockiert, gell. Der eigentliche Skandal ist doch, dass staatliche Stellen munter die Mittel für jene Organisationen kürzen, die sich gegen den braunen Bodensatz engagieren. Und wie die Gegendemonstranten kriminalisiert werden. Sehen Sie dazu das Interview mit dem Schriftsteller Ingo Schulze in Kulturzeit.

 



164. Nachdenken über Geld V. Oder: Wenn „die Basis“ aufmuckt

Wie weit sich die politische Klasse vom Wahlvolk entfernt hat, machen ja nicht nur Fernsehbilder deutlich, in denen bräsige oder nassforsche Wichtigtuer den Kolonnen von extrabulligen Spritschluckern entsteigen, um gemeinsam zu beschließen, welchen Stromriesen und Finanzmarktfürsten diesmal die Steuergelder in den Rachen geworfen werden sollen. Auch Heerscharen williger Helfer jeder Couleur haben den ganzen Unsinn auf Gemeindeebene lange mitgetragen, doch jetzt scheinen die ersten aufzumucken, sogar bei der CDU. Allerdings sehe ich noch wenig Chancen für tiefgreifende Innovationen in einer derart vom Lobbyismus dominierten Parteienlandschaft. In unseren festgefahrenen Strukturen etwas zu bewegen wird eher auf zwei anderen Ebenen möglich sein – und zwar auf beiden über, genau, das Geld. Da ist einmal die Möglichkeit der regionalen Währungen. Den Abzockern das Handwerk legen wird nicht ganz einfach werden, aber in Österreich, der Heimat des „Schwundgelds“, in der Schweiz (WIR-Bank) und auch bei uns gibt es bereits ausreichend Erfahrungen mit Regiogeld. Jetzt fehlen noch die mutigen Kommunalpolitiker, die ein bisschen weiter denken, denen die Macht und die dicken Autos und die Fernsehbilder wurst sind. Und dann gibt es das Netz. Elektronisch unterstützte Verabredung zu Collaborative Consumption, vom Carsharing bis zum Micro-Kredit: Da geht’s lang. Denn – ich sag’s wirklich ungern – wir sind das Volk.



163. Schöne neue Welt der Selbstvermarktung

Vorläufiges CoverDiese ganze Ich-AG-Entwicklung ist richtig blöd, wenn eine/r zwar Talent zum Schreiben hat, aber keines dazu, sich selbst zu vermarkten. Ego-Branding heißt das auf Neudeutsch. Zum Glück verfüge ich über eine gewisse Großmäuligkeit, deswegen sind Sie hier. Zur Erinnerung: Dieses Web-Tagebuch, das sporadisch deutschen Alltag beobachtet und kommentiert, entstand aus Ärger (siehe Eintrag Nr.1) über die Verlagsbranche, die ihren Job inzwischen einfach grottenschlecht macht. Natürlich gibt es Ausnahmen. Nur: Ich lebe mit einem – in Intellektuellen-Kreisen wohlbekannten – Sachbuch-Autor, und selbst bei dessen Büchern, inzwischen sind es 14 oder 15, schielen die Damen und Herren Verleger/Lektoren jetzt auf „Publikumswirksamkeit“ und „Marktwert“, frei nach dem Motto „also, Vampir-Romane wären der Bringer“. So was Dämliches, wenn einer lieber über Joyce schreibt oder Balladen-Sammlungen herausgibt. Also bitte, tun Sie mir den Gefallen und „voten“ Sie wenigstens für mein Buch, wenn Sie einen facebook-Account haben. Voten heißt in diesem Fall: Auf den Link gehen und dort „Gefällt mir“ klicken. Danke sehr.




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