Einsortiert unter: Deutschland, Filme, Kultur | Schlagwörter: Deutschland, Ehe im Schatten, FrauenFragen, Gesellschaft, Glück, Kurt Maetzig Regisseur, Love and Marriage, Paul Klinger-Verein
Für alle, die beim Paul-Klinger-Filmabend am 14. November 2011 in München nicht dabei sein konnten, zum Anklicken und Ansehen das bewegende Filmdrama von 1947 “Ehe im Schatten” (Regie: Kurt Maetzig) in sehr guter Qualität und voller Länge (via).
Einsortiert unter: Deutschland, Filme, Kirche, Pfaffen, Wo bleibt das Positive? | Schlagwörter: Agora, Deutschland, Gesellschaft, Kirche, Kultur, Papstbesuch
Aus gegebenem Anlass heute ein Zitat aus dem Lexikon der deutschen Ärgernisse:
Päpste
Männer in Röcken! Alte Zausel, die aussehen wie böse Omis – und sich ungefragt in die Beischlaf- und Verhütungsgepflogenheiten wildfremder Menschen einmischen! Geht’s noch? Als der letzte starb, soll die polnische Putzhilfe meiner Freundin geweint haben; ja, den mochten die Leute irgendwie. Aber der jetzige, der „Wir sind Papst“-Papst! Jungejunge. P. können unfehlbare Statements abgeben. Wir anderen nennen es Altersstarrsinn (siehe dort).
Zur Entspannung empfehle ich „Agora“ von Alejandro Amenábar – der Spanier zeigt schön kitschig, wie es gewesen sein k ö n n t e, als die Christen sich noch von einer Sekte unter vielen zur Leitkultur-Instanz hochschlägern mussten.
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Wie irre ist das denn: Einige deutsche Städte und Gemeinden haben tatsächlich ihre Wasserversorgung in private Hände gegeben, um Geld zu sparen/Geld zu verdienen. Und in chicen Hotels wird auf Flaschen gezogenes Fiji Wasser angeboten. Man fasst sich ans Hirn, wie prophetisch „Water – der Film“ von 1985 ist, der damals einfach ein großer Spaß war… danke für den Link an Thomas Kletschke. Auf arte gab’s die etwas ernster gemeinte Doku Water Makes Money.
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Regisseurs-Sohn Lynch nutzt Papas Namen und Verbindungen (Mercedes als Sponsor, da kann der Normalkreative nur davon träumen!) für sein Interviewprojekt Germany. Muss deshalb nicht schlecht sein. (Anschauen)
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Angehöriger einer Elite begeht eine moralische Verfehlung, gibt sie ebenso kühl wie arrogant zu und fällt der Schande anheim: 1999 bekam der südafrikanische Schriftsteller J. M. Coetzee (Nobelpreis 2003) für seinen Roman den Booker Preis. Diese äußerst komplexe Geschichte der Menschwerdung eines Mannes spielt einerseits mit der Umkehrung der Machtverhältnisse im Südafrika nach der Apartheid, andererseits mit zwei Modellen von Weiblichkeit: pseudofortschrittliche Anpassungsfähigkeit und archaische Unterwerfung. Dieses brillante und brutale Buch spricht für mich neben seinen politschen und – wie so oft bei Coetzee – tierschützerischen Aspekten vor allem davon, wie eine anmaßende Elite von weißen Männern, die „Schönheit“ verehrt und „Kultur“ (Byron!) stets als Deckmäntelchen für ihre eigene Leidenschaftslosigkeit verwendet hatte, erst durch das gesellschaftliche Ausgestoßen-Sein lernt, wenn schon nicht Verständnis für die eigenen Fehler, so doch wenigstens einen Funken Mitgefühl zu entwickeln: Im Fall der Hauptfigur, Professor Lurie, für die Hunde in einer Tötungsstation. Bleibt die Frage: Welche Funktion könnte ein so altmodischer Begriff wie Schande in unserer Guttenberg-Gesellschaft noch haben, in der auch die Ehre höchstens in Zusammenhang mit der Mafia oder wohlfeiler Verurteilung türkischer „Ehrenmorde“ erwähnt wird?
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Frei nach Larry Beinharts Roman „American Hero“ entstand der Film „Wag the Dog“. Zur Erinnerung:
Um eine politische Schieflage zu verschleiern, wird ein Fernseh-“Krieg“ inszeniert… klingelt da was? Wenn ich mir unseren Innenminister angesichts der aktuellen „Bedrohungslage“ („wir werden alle stöööörben“, würde fefe sagen) im globaliserten „Krieg gegen den Terror“ so anschaue, denke ich seltsamerweise nicht: oGottoGott, sollte ich jetzt vielleicht Schiss kriegen? Nein, ich denke: Wann ist nochmal die Ba-Wü-Wahl? Nächsten März, richtig? Na, bis dahin wird so ein Mappus seine ängstlichen Bürger schon davon überzeugt haben, dass wir mit Typen wie ihm doch viel sicherer leben können im schönen Deutschland. Und überhaupt, bei dieser ganzen Terrorismus-Gefahr ist es doch absolut alternativlos, dass hart durchgegriffen wird. Übrigens auch nach innen. Denn überlegen Sie mal: Protestierende Bürger – daraus könnte doch ganz schnell ‘ne neue RAF entstehen. Also praktisch Terroristen, gell. Solche Schlüsse zieht doch keiner, sagen Sie? Dann schauen Sie mal hier. Nein, ehrlich, Terror, Angst, Vorratsdatenspeicherung, was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?
Nachtrag: Lesen Sie zu dieser Frage bitte den ausführlichen Gastkommentar hier!
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Während noch darüber gegrübelt und gestritten wurde, wie ein friedliche (Konsum-)Fest namens „Love Parade“ so schlimm enden konnte (es wird sich herausstellen, dass die Toten und Verletzten dem „Standort“ geopfert worden sind, denn was die Besucher allein in der Gastronomie gelassen haben, kann so ein mickriges Stadtsäckel gut gebrauchen), lief im Öffentlichrechtlichen die Erklärung dazu. In gut gewählten Bildern und entlarvenden Interviews erklärt uns Erwin Wagenhofer die schöne neue Welt der neoliberalen Wirtschafts”ordnung” – in seiner hervorragenden Dokumentation Let’s Make Money. Dieser Film, Damen und Herren Lehrkräfte, müsste in Ihren Schulen gezeigt werden – als Pflichttermin. Stattdessen wurde er mit einem Doku-Preis abgespeist und im Nachtprogramm versteckt.
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So lautet der deutsche Verleihtitel einer grenzdebilen Sony-Animations-„Komödie für die ganze Familie“, die nächstes Jahr auch unsere Kinos heimsuchen wird. Und „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ ist leider auch der bisher beste Kommentar zur Berichterstattung über den „Klima-Gipfel“: Dieses Oszillieren zwischen systemisch unterkomplexer, dafür hektischer Betriebsamkeit und Untergangsphantasien à la Emmerich stellt das genaue Gegenteil einer Tiefenökologie dar, die wir eigentlich entwickeln sollten. Denn wem, genau, nützt es, wenn der Kaminkehrer dem Arbeitslosen nebenan seine einzige Heizmöglichkeit absperrt – einen alten Holzofen, dessen Abgase über den Rußpartikelgrenzwerten liegen? Dem guten Gewissen einiger Verwaltungsheinis. Wem, genau, nützt der „Energie-Ausweis“, den jetzt jeder Hausbesitzer vorlegen muss, wenn er seine Bude verkauft, um vom Erlös die Rente aufzubessern? Richtig, dem guten Gewissen einiger Verwaltungsheinis, und den Gutachtern natürlich. Und wem, genau, nützt es, wenn in Kopenhagen ausgerechnet wird, welches Land wieviel zahlt, um sich die Absolution zu holen? Ich frage ja nur.