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Die neue GAZETTE ist wieder ziemlich lesenswert. Herausgeber Fritz Glunk erklärt im Deutschlandradio u.a., warum er diesmal sogar den notorischen Sinn zu Wort kommen lässt. Und, im Editorial, inwiefern Merkel mit ihrer Gleichung „Europa = Euro“ Blödsinn verzapft: „Europa wird leben, solange es eine Idee ist, ein gutes politisches Projekt. Als Geldmaschine für eine Oligarchie globaler Banken mit angehängtem Euro-Finanzminister wird es untergehen.“
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Letztere werden gern vergessen, wenn wir betrachten, was unser Lebensumfeld definiert. In der neuen GAZETTE (hier auf der Homepage gleich ein lustiges Filmchen zum Thema „Bürger gegen Bilderberger“!) macht Colin Crouch dieses Fass auf. Hören Sie dazu bei Deutschlandradio Kultur bitte das erhellende 49. Feuilletongespräch mit dem GAZETTE-Herausgeber Fritz R. Glunk.
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Bayern 2 hat dem wunderbaren ägyptischen Schriftsteller Chalid al-Chamissi eine halbe Radio-Stunde gewidmet. Nur von guten Autoren erfährt man, was die Leute wirklich denken… ein einigermaßen mulmiges Gefühl könnte einen schon beschleichen bei der Geschichte von dem Taxifahrer, der findet, jetzt sollten mal die Muslimbrüder an die Macht kommen. Begründung: Ägypten habe ja sonst schon alles ausprobiert, und nichts hätte wirklich funktioniert… Hier ein paar Hintergrund-Informationen zur Muslimbrüderschaft von Mother Jones.
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Radio hören ist so nützlich! Gerade denke ich über die mangelnde Lebensfreude der Deutschen nach, da kommen im Kulturjournal auf B 2 Ausschnitte aus einem Interview mit Georges Anglade, in dem er erklärt, warum die Haitaner so viel lachen, obwohl sie doch seit ein paar hundert Jahren eigentlich nichts zu lachen haben. (Der Beitrag von Hendrik Heinze ist noch nicht online, deshalb hier eine SWR2-Buchkritik). Der Autor der Kurzgeschichten „Das Lachen Haitis“ soll unter den 150 000 Opfern des Erdbebens von Port-au-Prince sein, und sein anderes auf Deutsch erhältliches Buch, eine Satire mit dem Titel „Und wenn Haiti den USA den Krieg erklärt?“ (ebenfalls Litradukt, dt. von Peter Trier), wird derzeit auf eine grausige und völlig verrückte Weise wahr. Anglades Idee: Den von Armut und korrupten Herrschern geplagten Menschen auf dieser schönen Insel geht es so mies, dass sie es in einem von den USA besiegten und anschließend besetzten Haiti besser hätten – schon wegen all der NGOs, die dann Schulen und Krankenhäuser bauen würden… wenn Anglade nicht schon tot wäre, würde er sich jetzt tot lachen.
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Doch, deutsches Radio kann richtig gut sein. Es gibt da ein paar Sendungen auf Bayern 2 – Michael Skasas Kuriositäten-Kabinett „Sonntagsbeilage“ etwa oder das „Kulturjournal“, von dem ich jetzt willkürlich eins herausgreife: Am 6. Dezember 2009 kriegte Ulrich Chaussy es gebacken, die Problematik des U-Bahn-Fahrens zu beleuchten, Ladurners Solferino-Buch ganz zwanglos mit der aktuellen Afghanistan-Action in Verbindung zu bringen und nebenbei noch die neue Tom Waits vorzustellen. Das waren kurzweilige und informative eineinhalb Stunden auditive Unterhaltung. Zugegeben, ich sehe schlecht und bin nicht mehr ganz jung. Aber solche Programmformate müssten außer Blinden und Senioren (beim Fußball spielen Leute über 30 bei den „Senioren“, bittschön) auch noch vielen anderen Menschen taugen, die einem inhaltsreichen und/oder meinungsstarken gesprochenen Text länger als 1′ 30” folgen können, konzentrations-technisch. Diese Botschaft geht an alle Formen intelligenten Lebens und speziell an Kai „Die Stimme“ Taschner: Sonntag ab 17 Uhr Radio BR 2 hören. Lohnt sich meistens.