365 x Deutschland


100. Das bisschen Öl II
8. Juli 2010, 08:47
Einsortiert unter: Deutschland, Sport, Umwelt, Wirtschaft & Wahnsinn | Schlagwörter: , , , , ,

Haben die Spanier also dem deutschen Fußball-Traum einen Präcox beschert (hey, eine Frau k a n n sich für so einen Schmarrn auch interessieren. M u s s aber nicht). Wollen wir uns bitte jetzt wieder auf die wichtigen Angelegenheiten konzentrieren? Zum Beispiel, wie viele Gallonen Öl jede Sekunde ins Meer fließen? Zum Mitzählen: Klicken Sie auf DIE GAZETTE

Nachtrag: Medienjunkie bringt den Millionärssport-Wahn, bei dem hochbezahlte Söldnersklaven uns Arbeitssklaven “Sport” vorspielen, auch schön auf den Punkt. Natürlich nicht so krass formuliert. Wobei, ich mochte “Gladiator”, wegen Russell Crowe. Jaja, Mädchen sind auch doof.



99. Brot & Spiele

Wie die Politik das große Geld mobilisiert und den Sport utilisiert, um den Bürgersinn in Schlaf zu wiegen – darüber ärgert sich heute mediaclinique schwar(t)z.



95. Deutschlandfahnen schwenken II oder: Sommermärchen 2.0
24. Juni 2010, 08:22
Einsortiert unter: Deutschland, Politik, SchwarzRotGold, Sport | Schlagwörter: , , , ,

Private Viewing bei einem engagierten Unternehmerpärchen in einem traumhaften Loft am Rande der Stadt. Hart arbeitende, erfolgreiche, fröhliche Angestellte und Freiberufler gucken das Spiel und diskutieren, inwieweit das Fahnenschwenken einen neuen, „normalen“ Patriotismus unterstützt. Wie man’s den Kindern erklärt, und wie die Schulen verändert werden müssen, damit wieder alle die Chance haben zu kapieren, was sie da tun, wenn sie die Fahnen schwenken. Wirklich intelligente, tapfere junge Leute. D a s ist der Mittelstand, den die Politik schon seit einiger Zeit aus purer Blödheit versucht kaputt zu machen. Dabei ist genau dieser Mittelstand unsere einzige Hoffnung.



94. Deutschlandfahnen schwenken

Ich hatte mich in meinem Stammcafé verabredet – unpraktischerweise genau zu dem Zeitpunkt, als das Fußballspiel zu Ende war, und nicht überrissen, dass die Leopoldstraße hier „Fanmeile“ ist. Bei dem Getröte – diese archaisch anmutenden Vuvudingsda-Hörner machen richtig Lärm – bekam ich Kopfschmerzen, noch bevor ich das Lokal erreichte. Drinnen lief, natürlich, die Glotze, in der brüllend erörtert wurde, warum „Schweini“ gelb-rot gesehen hatte. Draußen fuhren die Fans der Gewinner-Mannschaft Hup-Korso; zuerst dachte ich: Interessant, wie viele Serben es in München gibt. Bis mir auffiel, dass es immer die selben Autos waren; die wendeten wohl am Siegestor und bogen an der Freiheit wieder ein. Die genervte junge Frau, mit der ich ins Gespräch kam, hatte ihren kleinen Sohn auf seinen Wunsch vor dem dröhnenden TV-Gerät platziert und ärgerte sich lauthals über die fahnenschwenkenden Jugendlichen: „Da identifizieren sie sich plötzlich mit ihrem Land! Statt dass die sich für etwas Wichtiges engagieren! Gäb ja wirklich genug – wie wär’s mit ein bisschen Protest gegen den Westerwelle und seine Bande?“ – „Ja“, meinte ich, „den Fußballtaumel nutzen sie zum Beispiel gerade, um die ‘Gesundheitskarte’ durchzuwinken.“ (Sogar Dr. Geldgier will aus der FDP austreten, wenn das passiert. Besser spät als nie, Mann!) Ein mitfühlender Mensch hatte inzwischen den Fernseher abgestellt, und in die plötzlich entstandene Stille sagte die junge Frau nachdenklich: „Man muss doch irgendetwas unternehmen.“ Ich gab ihr die Adresse dieses Blogs, mehr fiel mir auch nicht ein. Inzwischen war mein Date eingetroffen, und wir gingen hinaus in den Nachmittag, wo die Jugendlichen mit ihren Deutschlandfahnen durch den Regen schlappten.

Nachtrag: In ICH WILL HIER WEG, ABER WOHIN? Lexikon der alltäglichen deutschen (und wenn wir schon dabei sind, überhaupt) Ärgernisse – siehe Eintrag 1. – steht zum Stichwort „Deutschlandfahnen schwenken“:

Im Grunde hat Günter Grünwald recht, wenn er sagt, das Absingen des Bayern-Liedes (“Gott erhalte…”, nicht “Olé, olé, oléoléolé”, das wird in den Stadien gern verwechselt) dürfe man auf keinen Fall den Rechten überlassen. Analog dazu müsste sich jeder rechtschaffene Bürger – und zwar nicht nur zu Fußball-WM- oder EM-Zeiten – so ein Stück schwarz-rot-gelben Stoff besorgen und irgendwo heraushängen lassen. Das Problem ist jedoch unter anderem auch ein Ästhetisches: Ich finde in meiner Umgebung einfach keinen Platz, wo diese Farbkombination hinpassen würde.




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