Einsortiert unter: Deppenschelte, Deutschland, Ein ganzes Land braucht Therapie, Gesundheitswahn, Kultur, Medien, Philosophie, TV, Wo bleibt das Positive? | Schlagwörter: Alexander Kluge, bob dylan, bruce springsteen, Bundespräsident, Charlotte Roche, Deutschland, Gauck, Gesellschaft, Gesundheit!, Helmut Schmidt, leonard cohen, popstar, raucher, Raucherhatz, ZDF
Da jammere ich immer, dass wir keinen Leonard Cohen haben, keinen Bob Dylan, noch nicht mal einen Bruce Springsteen. Gibt’s denn bei uns wirklich keine guten alten Männer? Schnell, wer fällt Euch da ein? Muss ja kein Popstar sein … den Gauck hielt ich mal für eine Option, der hat allerdings inzwischen viel Schmarrn geredet. Gut, wir haben immerhin noch den Raucher. (Und Rauchen ist, wie jeder weiß, in gewissen Zusammenhängen – und gerade im Fernsehen – sogar eine künstlerische Handlung, ganz gleich, wie oft sich die Anti-Raucher-Nazis darüber beschweren. Aber vor allem haben wir den ganz großartigen Alexander Kluge. Der ist ein echter Popstar, auf seine Weise.
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Obwohl ein YouTube-Kommentator sagt: “I am icelandic and live in Iceland and i want to tell everyone that this is not true, a certain type of loans and their terms was corrected through the justice system but the public is basicly stillstruggling with the money fascists and secret societys. But not for long
“, klingt es doch wie ein Schritt in die richtige Richtung. (Siehe auch Beitrag 125):
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Natürlich gibt es im deutschen Fernsehen auch mal Premium-Content, bitte sehr:
Michael Schmidt-Salomon („Keine Macht den Doofen“), Thomas Rietzschel („Die Stunde der Dilettanten: Wie wir uns verschaukeln lassen“) und Uwe Wirth („Dilettantismus als Beruf“ unterhielten sich zu später Stunde darüber, wie’s die postdemokratischen Polit-Darsteller verkacken. Würde es zuhören, unserem politischen Personal klängen die Ohren. Leider hat es genug damit zu tun, sich um die Macht zu balgen.
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Wie ehrlich können Memoiren sein? Gerade habe ich welche gelesen, die mir zumindest die 1960er-Jahre ff. und den Deutschen Herbst erklären, eine Zeit, in der ich die entscheidenden Jahre zu jung war, um sie wirklich zu verstehen: Die Zwillinge oder Vom Versuch, Geist und Geld zu küssen. Zwei Schwestern aus der Provinz, die Bob Dylan, den Kommunismus und Rainer Langhans toll und ihrem Weg aus dem miefigen Kassel in die weite Welt fanden – wen soll das interessieren, fragen Sie? Oh, bei den Schwestern handelt es sich um Gisela Getty und Jutta Winkelmann (genau: die Zwillinge, die jetzt, als freundliche ältere Damen, wieder oder immer noch um jenen notorischen Kommunarden kreisen, der kurzfristig zur Ikone der Schuhwerbung auf- und zwischendurch ins Dschungelcamp abgestiegen war). Diese Langhans’sche Kurve scheint mir bezeichnend. Denn wie die Zwillinge sich und ihre Zeit erlebt haben, spricht – vom Co-Autor Jamal Tuschik („Aufbrechende Paare“) einfühlsam in Form gebracht – von der Hoffnung auf ein anderes Deutschland, eine andere Art zu leben, zu lieben und zu arbeiten. Selten habe ich diese Hoffnung so unzynisch, so unverblümt, mit so wenig theoretischem Über- oder Unterbau, so vorpsychologisch, so w e i b l i c h erzählt bekommen. (Jaja, ich höre das Aufheulen meiner feministischen Freundinnen bis hierher.) Und was, bitte, ist aus dieser verträumt antikapitalistischen Blumenkinder-Summer of Love-cum-Frauenbefreiung (vulgo: mehr oder weniger besinnungsloses Herumvögeln) -Hoffnung nun geworden? In der aktuellen ZEIT seufzt Ursula März auf Seite 49 erschöpft: „Lasst mich in Ruhe! – Warum ich die ständigen Debatten über die gesellschaftliche Rolle der Frau nicht länger ertrage“. Vielleicht hatte März ein ähnliches – weibliches – Lebensgefühl vor Augen wie jenes, das die Zwillinge in ihren unverkopften (manche würden sagen: arg naiven) Memoiren in die Gegenwart transportieren, so ehrlich sie’s eben können. Nach dieser Lektüre möchte ich mich sofort dem Vorschlag der Ursula März am Ende ihres ZEIT-Artikels anschließen: „ein Redemoratorium von, sagen wir, zwei Jahren. Mal zwei Jahre lang kein Gerede über Frauenrollen und Frauenleben. Zwei Jahre nichts als Ruhe und zur Ruhe kommen. Der Vorstandsvorsitz der deutschen Bank und die Herausgeberschaft der FAZ laufen uns dabei nicht weg.“ Ach: versuchen wir tasächlich immer noch, Geist und Geld zu küssen? Anscheinend ja, allerdings macht das Leben in Deutschland, so wie es heute ist, (nicht nur) Frauen zu gehetzten, überforderten, aggressiven Wesen, denen nur die milde Reminiszenz des TV-Werbespots eine Ahnung vermittelt vom Sich-treiben-lassen, von der Sehnsucht nach Aufbruch…
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Muss man auch irgendwie verstehen: „Windsor“ ist ein Phantasiename, von den Briten eingeführt, um zu verschleiern, dass ihre Majestäten Deutsche sind (erkennbar an den hässlichen Prinzessinnen, wie ein Kollege dieser Tage süffisant äußerte). Aus gegebenem Anlass hier der Beitrag aus dem Lexikon der deutschen (und wenn wir schon dabei sind, überhaupt) Ärgernisse zum Thema
Ehe
Niemand sollte sich lustig machen über diesen wundervollen Traum von der gelingenden Paarbeziehung, die vom Staat auch noch steuerlich begünstigt wird. Gerade eben fuhren wieder welche vorbei: hupende Autos in Kolonnenformation, der erste Wagen blumengeschmückt. Und während ich freundlich winke und lächle, lästert ein zynischer Zwerg namens Waldo, der leider Teil meiner Persönlichkeit ist: Ihr Armen! Man liebt sich und/oder möchte zu zweit wenigstens ein angenehmeres Leben führen. Wenn dann irgendwann die Liebe weg ist und das Leben fast noch unangenehmer, als wenn man allein wäre, fragt man sich schon, was man da gefeiert hat, seinerzeit, mit Hupkorso und Blumengesteck auf der Kühlerhaube.
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25 Jahre ist der Tschernobyl-GAU her. Was sind schon 25 Jahre, unter Freunden? Dass die Sache noch längst nicht gegessen ist, berichtet quer. Nun, auf Pilze und Wildschweinbraten kann man zur Not verzichten. Aber wer erklärt eigentlich diesem RWE-Manager, der jetzt wegen der Abschaltung seines Meilers klagt (“Ich muss doch den Aktionären was bieten!”), dass er eigentlich in genau dem Höllenfeuer braten sollte, das er und seine Kumpels von E.ON, Vattenfall etc. so dringend am Laufen halten wollen?
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Wie irre ist das denn: Einige deutsche Städte und Gemeinden haben tatsächlich ihre Wasserversorgung in private Hände gegeben, um Geld zu sparen/Geld zu verdienen. Und in chicen Hotels wird auf Flaschen gezogenes Fiji Wasser angeboten. Man fasst sich ans Hirn, wie prophetisch „Water – der Film“ von 1985 ist, der damals einfach ein großer Spaß war… danke für den Link an Thomas Kletschke. Auf arte gab’s die etwas ernster gemeinte Doku Water Makes Money.
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Klammheimlich hat 3sat die 2. Staffel der sehr guten HBO-Serie „In Treatment“ ins Programm gehoben. Im dazugehörigen Blog beschweren sich die ersten über die blöde Sendezeit (montags um Mitternacht).
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Warum ich immer Negatives aufliste, fragte mich einer – da käme man irgendwie schlecht drauf… stimmt doch gar nicht. Mir fallen in meiner Heimat schon auch total niedliche Dinge und Menschen auf. Aber natürlich will ich mich insgesamt bessern! Daher die neue Rubrik Was ich an Deutschland mag. Es wird noch viel lustiger werden, versprochen. Bleiben Sie dran.
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