365 x Deutschland


22. Selbstreferentiell I

Das deutsche Feuilleton ist so lustig, ich könnte mich ständig wegschmeißen! Allein wie Intellektuelle sich hier aufeinander beziehen, zu süß. Da zitiert etwa Andreas Dorschel in der Süddeutschen Zeitung aus dem neuen Buch („Vom Aufenthalt“, Hanser Verlag) von Botho Strauß die Passage über Frauen, die keine „richtigen“ (?) Frauen mehr seien: „Die Zunahme an Disgrazie und der Totalausfall an hetärischer Intelligenz macht inzwischen jede Frau zum armen Hascherl, gleich welche soziale Stellung sie einnimmt.“ Achgottachgott. Dorschel bescheinigt dem Autor, ein „Märtyrer des Stumpfsinns“ zu sein, weil der klagt: „Wir stehen eigentlich dauernd am Abfertigungsschalter irgendeiner Airline, befinden uns allerwege unter Hooligans, Sextouristen, ins Handy bramarbasierenden Maklern und Beratern und den traurigen Rittern sozialer Vorteilsbeschaffung“. Hat ja völlig recht, der Mann – nur dieses ständige Jammern ist halt so deutsch. Bei unseren nordamerikanischen Freunden kommt Entlarvung ein bissl leichtfüßiger daher: Da lesen Idioten einander öffentlich aus ihren jeweiligen Büchern vor, so geschehen in Conan O’Briens „The Tonight Show“.

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1 Kommentar so far
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„Disgrazie und hetärische Intelligenz“? Was für ein saudumms Geschwafel. Er meint: Erst ziehn sie sich nicht scharf an, dann wollen Sie sich nicht für ihn scharf ausziehn, die Dummerchen. Chauvigeblöke. Ich mag Botho Strauß nicht. Ein Schafskopf ein Heideggerscher.

Kommentar von Doktor Vogl




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