365 x Deutschland


24. Der Zorn ist das Ziel

Da sitzen wir also in trauter Runde – ein Verleger, ein Schriftsteller, ein Soziologe und ein paar Journalisten – und zerbrechen uns die Köpfe darüber, wieso eigentlich die Revolution nicht ausbricht, wenn doch so viele so unzufrieden sind mit der um sich greifenden Exklusion (siehe Günter Dux, „Warum denn Gerechtigkeit“) und der Angst vor dem Absturz (siehe Heitmeyer-Studie 2009) . Ah, sagt der eine Journalist: Es geht uns in Deutschland so gut wie noch nie und sowieso immer noch viel zu gut für aufrührerische Gedanken. Nun, gibt der Verleger zu bedenken (Bedenken? Die neue Deutsche Rechtschreibung ist mir ein Greuel, pardon: Gräuel), auch das revolutionäre Subjekt fehlt – bei Marx waren es die Arbeiter, ham wer nich mehr, in der Form. Wirft der Soziologe ein: Das Subjekt ist durchaus vorhanden, wiewohl zersplittert in viele einzelne Gruppen, Gruppierungen, Grüppchen: Der verängstigte Noch-Mittelstand, die Internet-Plattformen, Attac … die Vereinzelung verhindert eine wie auch immer geartete Zusammenrottung von Ideen. Meint der Journalist: Vielleicht ist der Zorn das Ziel. Das ist es, rufe ich. Unsere „wutgetränkte Apathie“ muss aufgebrochen werden. An die Laterne, murmelt der Schriftsteller.

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