365 x Deutschland


57. Totenglöckchen für einen Beruf?
17. Februar 2010, 09:55
Filed under: Medien, TV, Werbung, Wirtschaft & Wahnsinn | Schlagwörter: , , ,

Da lobe ich 3sat für die nette Idee, eine amerikanische Kultserie ins Programm zu heben, schon macht Kulturzeit wieder alles kaputt und zeigt die dunkle Seite des US-Kapitalismus – in einem Beitrag von Dominique Gradenwitz über das neueste Geschäftsmodell Journalismus „on demand“. Das funktioniert ungefähr so: Jemand hat eine Firma, die Kekse herstellt und bestellt nun bei Demand Media einen Ratgeber-Beitrag zum Thema Kekse. Ein chices kleines Video, hergestellt zu Hungerlöhnen von einem Kameramann, einem „Redakteur“ und einer Art Schlussredakteur (heißt hier „Faktenprüfer“ und bekommt einen Dollar pro Beitrag) wird ins Internet gestellt. Billige Werbung. Aber wieso nennen die das „Journalismus“? Und: Ist das auch in Deutschland die Zukunft dieses Berufsstandes? Weil doch alles über den Teich zu uns schwappt, vom Diät- bis zum Sicherheitswahn? Jetzt aber mal halblang. Solange man sich hierzulande noch über gekaufte Blogger-Produktbewertungen aufregt und ein Advertorial von einem redaktionellen Beitrag unterscheiden kann, ist unsere Welt doch in Ordnung. Oder?

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