365 x Deutschland


63. Die Wester-Welle

Ein bisschen entmutigend fand ich schon, was der 21jährige Sohn einer Freundin da über seine Altersgenossen rausließ (auf meine Frage, ob wir wenigstens von den Jungen eine Revolution erwarten können): Die meisten seien Wirtschaftswissenschaften (oder sowas) studierende Neocalvinisten und -darwinisten, die ganz genau wüssten, dass wir die großen Verteilungskriege längst in arme Länder ausgelagert haben. Das sei diesen jungen Leuten aber völlig egal, und auch mit der sich hierzulande immer weiter öffnenden Schere zwischen Arm und Reich seien sie absolut einverstanden: Wer „es nicht schafft“, durch Herkunft oder durch Leistung, geht eben unter. „Der Markt“ reg(ul)iert alles. Sie selbst wiegen sich – noch – in Sicherheit, meinte Emanuel verächtlich; ich hatte den Eindruck, er gruselt sich vor seiner eigenen Generation. Jener Generation, auf die andererseits Jeremy Rifkin setzt, wenn er in seinem neuen Buch Die empathische Zivilisation – Wege zu einem globalen Bewusstsein (Campus) davon träumt, dass Energiekrise plus Internet ein Umdenken, ein neues Denken schaffen werden. Wenn uns da mal nicht der Wester-Tsunami dazwischen kommt.

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