365 x Deutschland


76. Frauen in Deutschland IV, oder: Wie man die Menschenrechte und das Mitgefühl zur Kriegstreiberei benutzen kann
28. März 2010, 10:11
Filed under: Bücher, Deppenschelte, Deutschland, Politik | Schlagwörter: , , ,

Über wikileaks kommt folgendes Papier, das ein Fake sein mag oder nicht: Die CIA macht sich Gedanken darüber, wie man mit ein bisschen gezielter PR die europäische Unterstützung für den Afghanistankrieg pushen könnte. Das Dokument, das u. a. fefe präsentiert, stellt fest, dass es a) schon mal hilft, wenn Obama uns auffordert, weiter zu machen (wir stehen nun mal auf Obama). Und weil wir nach Kundus noch weniger Bock auf diesen Krieg haben, wird vorgeschlagen, doch jetzt stärker die Frauen (die zu 22 % mehr als die Männer gegen den deutschen Einsatz sind) zu instrumentalisieren:

Afghan women could serve as ideal messengers in humanizing the ISAF role in combating the Taliban because of women’s ability to speak personally and credibly about their experiences under the Taliban, their aspirations for the future, and their fears of a Taliban victory. Outreach initiatives that create media opportunities for Afghan women to share their stories with French, German, and other European women could help to overcome pervasive skepticism among women in Western Europe toward the ISAF mission.

According to INR polling in the fall of 2009, French women are 8 percentage points less likely to support the mission than are men, and German women are 22 percentage points less likely to support the war than are men.

Media events that feature testimonials by Afghan women would probably be most effective if broadcast on programs that have large and disproportionately female audiences. (C//NF)

Nur damit ihr mal seht, wie man heutzutage Meinungen manipuliert“ empört sich der junge Herr von Leitner im Eintrag Fri Mar 26 2010. Ach Schätzchen, „heutzutage“ …: D a s s für Kriege PR gemacht wird, kann der interessierte Zeitgenosse spätestens seit Mira Behams Buch Kriegstrommeln (dtv 1996)  wissen. Das selbstverständlich längst vergriffene Werk mit dem Untertitel „Medien, Krieg und Politik“ und einem Vorwort von Peter Glotz gibt’s immerhin gebraucht zu kaufen. Und nach der Lektüre erübrigt sich auch die Frage, ob das oben erwähnte CIA-Papier nun echt ist oder nicht. Es ist auf jeden Fall recht realistisch, leider.

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