365 x Deutschland


89. Bundeshorst: In Afghanistan sterben – für deutsche Arbeitsplätze

Wir fragen uns doch schon lange, was „unsere Jungs“ am Hindukusch verloren haben. Der Bundespräsident schaffte endlich Klarheit:

via

Lesen Sie dazu bitte auch Freitag und Feynsinn. Ergänzend erklärt der Historiker Michael Wolffsohn von der Bundeswehrhochschule in München in Kulturzeit, dass die Bundeswehr inzwischen eine „ossifizierte Unterschichtsarmee“ ist. Ach so, da werden eh nur Ossis verheizt… na, wenigstens haben sie einen “sicheren“ Arbeitsplatz gefunden.



89. Koch geht in die Wirtschaft.

Na also, es gibt auch gute Nachrichten… die besten Ideen, wie diese Hackfresse Koch sich den Lebensabend vergolden könnte, hat Doktor Vogl. Und hier noch etwas wirklich Tröstliches, von einem zur Abwechslung gut aussehenden, talentierten Mann:

Nachtrag: Dennis Hopper starb im Mai 2010 im Alter von 74 Jahren in Kalifornien.



87. Sie könnten schon. Aber sie wollen nicht.

Es gibt genug Leute, die durchaus Ideen dazu haben, wie man unser abgedrehtes Wirtschaftssystem vom Kopf auf die Füße stellen könnte – und ich meine jetzt gar nicht mal die „Radikalen“, die mit dem bedingungslosen Grundeinkommen:

Oder die anderen „Verrückten“, die sich mit Silivio Gesells Freiwirtschaftslehre befassen, oder „Komiker“, die was gegen Schulden und Zinsen haben:

(via).

Nein, es gibt ganz „normale“ Wirtschaftswissenschaftler, die Lösungen anbieten. Die wirklich nicht als absurd fortschrittlich bekannte SZ nennt etwa die Rezepte des Prof. Nouriel Roubini als Beispiele für praktikable Regulierung. Aber was passiert? Genau: Nix. Ändern die Banken und Versicherungen und Lobbyisten und Politiker etwas? Ach wo, die wollen lieber weiter spielen. Mit unserem Geld.

Nachtrag: Oh, Moment, es tut sich was: Geben Sie mal auf Kurrently „Staatsverschuldung“ ein



86. Mutter Kirche, Vater Staat

Warum haben wir es eigentlich nie geschafft, uns eine laizistische Verfassung zu geben, wie, sagen wir, Frankreich? Dann könnte man jetzt aus der Kirche austreten, ohne dafür auch noch Gebühren abdrücken zu müssen. Der krasseste Fall, den dieser Panorama-Beitrag schildert, handelt von einem Ossi, der 10.000 Euro Kirchensteuer nachzahlen soll, weil er sich in der DDR nicht korrekt von der Kirche abgemeldet hatte. In der DDR! Wo sie nun wirklich wenig am Hut hatten mit Pfaffen jeder Couleur. Was für eine grandiose Heuchelei. Und wie hübsch sie immer noch zusammenarbeiten, Vater Staat und Mutter Kirche, in den einschlägigen Institutionen. Kindesmissbrauch? Misshandlungen? Ach, drücken wir mal ein Auge zu, wird schon nicht so schlimm sein… Wie lange mag es wohl dauern, bis die Kinder / Enkel von Alten in konfessionell geführten Senioren- und Pflegeheimen genauer hinschauen, was dort so abgeht? Der Witz dabei: Selbst ein in der Wolle gefärbter Ungläubiger hat doch die unterschwellige Hoffnung, dass Leute, die an einen „lieben“ Gott glauben, nicht ganz so hart drauf sind wie der Rest der Bevölkerung. Schon aus Schiss vor eben diesem Gott, der zwar im Prinzip „lieb“ ist, dem aber schon mal die Hand ausrutscht, wenn gar zu doll gesündigt wird. Aber nix. Den Jesus-Freaks rutscht anscheinend genauso oft die Hand aus, oder Schlimmeres. Meine Mutter musste im Internat des Klosters der Heimsuchung zu Zangberg (nomen est omen) auf einem Holzscheit knien, wenn sie etwas „angestellt“ hatte. (Damals ganz normale Erziehungsmethoden, würde der Mixa sagen.) Das arme Mächen. Gott sei Dank heiratete sie später einen Atheisten.

Nachtrag: Im Kommentar weist unser Berater in theologischen Fragen, Dr. Vogl, auf eine Seite hin, die dieses Thema schon viel besser bearbeitet hat. Lesen Sie das.



85. Investigativ in Deutschland
4. Mai 2010, 11:25
Filed under: Bücher, Deutschland, Medien, Politik, Wirtschaft & Wahnsinn | Schlagwörter: , ,

Ralf Schwartz ist ein fleißiger Blog-Leser, der sich wie verrückt freut, wenn die Mainstream-Medien (MSM) auf Qualitätsjournalismus im Netz aufmerksam werden und mal so einen Beitrag bringen:

Als treue mediaclinique-Leserin bedanke ich mich heute mit einem Zuckerl aus Bayern: Eine kleine Boulevardzeitung vor den Toren der Stadt schaffte es neulich, mit einem noch viel raffinierteren Mittel (Bloggen kann ja jede/r, nicht wahr) ein hochsperriges Thema an den Geldgebern vorbei ins Blatt zu mogeln. Und zwar, da muss man erst mal drauf kommen, getarnt als Kommentar einer Kabarettistin… Lisa Fitz hat Gerhard Wisnewskis „Drahtzieher der Macht – Die Bilderberger“ gelesen und fragt sich jetzt: Hey, warum erfahren wir eigentlich in den MSM nix d a r ü b e r? Wenn man allerdings bissl nachrecherchiert, sieht man schnell, wieso Geheimnistuerei schnurstracks zu den wildesten Verschwörungstheorien führt. Dieser Wisnewski etwa veröffentlicht in einem Verlag, in dem Eva Hermans Ergüsse (igitt) eine Heimat gefunden haben. Nun wünscht aber kein Mensch von Stil und Geschmack, in so einer Gesellschaft erwischt zu werden. Also weiter: Gert Flegelkamp aus Offenbach klingt ganz vernünftig – bei dem erfährt man schon eine Menge über diese verschwiegene Elite, die nach ihrem ersten Treffen im Hotel de Bilderberg benannt wird. Dann noch der Guardian, der schickte einen Spaßmacher zum Athener Treffen letztes Jahr. Von Geheimdienstlern belästigt, wurde der ganz unlustig aufgeregt. Und LobbyControl setzt auf sachliche Information und hat eine eher abwiegelnde Story aufgetan. So changiert die Bilderberg-Saga zwischen „man wird sich doch mal gepflegt unterhalten dürfen, ohne dass dauernd Reporter-Pack herumschnüffelt“ und dem Raunen über eine „Neue Weltordnung“, die uns alle versklaven wird. Nun liebt jeder eine gute Verschwörungstheorie; mal sehen, wer von den MSM sich nicht vom Fußball ablenken lässt und uns darüber berichtet, welche Bilderberger sich dieses Jahr Anfang Juni wirklich in Spanien sehen lassen. Oder ob sie das Treffen gleich nach Portugal verlegen. Aus, ja was denn sonst, Geheimhaltungsgründen (nicht, dass Sie jetzt denken, dort wird dann vielleicht verhandelt, ob man als Nächstes die Portugiesen niederwettet).



84. Tag der Arbeit
3. Mai 2010, 17:20
Filed under: Deutschland, Was fehlt uns denn? | Schlagwörter: ,

via taz




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