365 x Deutschland


109. Wir sind die Autorität

Diesen nachdenklichen Artikel von Christian Nürnberger mit dem Titel Wir sind allein – Die 68er forderten die Abschaffung aller Autoritäten. Jetzt ist es so weit. Aber gut findet das eigentlich keiner aus der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 14./15. August 2010 habe ich online nicht gefunden. Also stelle ich ihn hier zur Diskussion, für alle, die keine Zeit mehr haben, Holzmedien durchzublättern:


Zum Vergrößern auf die Bilder klicken. Und hier sieht man auch den Nachteil von Zeitungen: Sie sind nicht knitterfrei.

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108. Hohe Steuern? Nur für die, die arbeiten.

Dr. Jahnke sagt mal wieder, wie’s ist:

Und weil wir grade bei der Steuer sind: In ICH WILL HIER WEG, ABER WOHIN? Lexikon der alltäglichen deutschen (und wenn wir schon dabei sind, überhaupt) Ärgernisse (siehe Eintrag 1.) steht zu diesem Sichwort: „Die Steuererklärung auch nur für den Steuerberater vorzubereiten gehört zu den nervenaufreibendsten Dingen, die das Erwachsenenleben mit sich bringt. Wenn der Abgabetermin naht, möchte man am liebsten immer Kind geblieben oder, noch besser, gar nicht geboren sein. So erzieht uns der Staat (siehe dort) zum Manichäismus.“



107. Brave deutsche Jugend

Nur noch dreizehn Prozent der Mädchen rauchen. Und etwa fünf Prozent der Jugendlichen konsumieren illegale Drogen – das entspricht dem Stand von 1972. Auch mit der Gewaltbereitschaft ist es nicht so weit her, wie in den Medien getan wird. In Kulturzeit kompakt vom 10. August wird u. a. berichtet, das Berliner „Archiv der Jugendkulturen“ stehe vor dem Aus, weil – natürlich – das Geld fehle für so eine Institution. „Jugendliche sind die Seismographen gesellschaftlicher Entwicklungen“, sagt Leiter Klaus Farin. Und: „Wir bekommen viel Lob für unsere Arbeit – aber eben nur Lob, das nichts kostet.“ Ja, was denkt der Mann denn? Dass es irgendwen interessiert, was Jugendliche denken, fühlen, gar: sich wünschen? Die werden sich schon noch mehr, komplett, total anpassen. Haben wir doch auch getan.



106. Bayern: Schießstand in Hauptschule geplant

Sie halten das natürlich wieder für eine dieser reißerischen Übertreibungen, für die Journalisten doch bekannt sind. Oder für einen verspäteten/verfrühten Aprilscherz? Tja. Solche Scherze haben in der betroffenen Gemeinde Tradition – ein paar Kilometer von der geplanten Schule-cum-Schießanlage entfernt, in einem anderen Ortsteil, trainieren die Schützen bereits im Keller des Kinderhausesfindet keiner was dabei, bis auf ein paar Eltern vielleicht, und die Grünen. Und sollte tatsächlich mal so eine Waffe verloren gehen: Mit Luftgewehren kann man Menschen nicht töten, sagen Experten, höchstens ein Auge ausschießen… Der Schützenverein, der sich über seinen neuen Hobbykeller freuen darf, heißt übrigens „Gemütlichkeit“. Findet auch niemand seltsam.



105. Ich hätte da mal eine Frage an deutsche Bäcker

In der Münchner AZ findet man heute auf S. 4 unter der Überschrift „Feuersbrunst macht Spekulanten reich“ folgenden abschließenden Satz: „Was die Weizen-Spekulation und ihre Auswirkungen auf die Preise in Deutschland angeht, müssen sich Verbraucher übrigens keine Sorgen machen: `Da der Anteil der reinen Getreidekosten an einer Semmel nur bei vier bis fünf Prozent liegt, hat dies keine Auswirkungen für den Verbraucher´, heißt es in der Verbraucherzentrale Hessen.“ Soso. Mal abgesehen davon, dass Spekulieren mit Nahrungsmittelpreisen eine ganz üble Schweinerei ist – am Freitagnachmittag erreichst du natürlich keinen bei der Bäckerinnung, also gebe ich die Frage direkt an die Bäcker weiter: Woraus, genau, bestehen die restlichen 95 oder 96 Prozent meines Brötchens? Luft und Backtriebmittel, klar. Aber das kann doch nicht alles sein… Winzige Papierschnitzel? Styropor? So schmeckt es zumindest.



104. Ein Herz für Kinder? Hehe.

Wie schon mehrmals erwähnt, lese ich gern (wenn „gern“ wirklich das richtige Wort ist) die Rundbriefe des Dr. Jahnke, der Zahlen so schön aufbereiten kann. Und was er diesmal zur Situation von Alleinerziehenden zusammengestellt hat (Männer und Frauen, aber meistens trifft es die Frauen, ganz unabhängig davon, dass das im Volksmund so genannte „Sorgerecht“ jetzt auch Männern leichter zugänglich ist), wirft ein grelles Licht auf die Beteuerungen unserer Politiker, sie würden doch wirklich etwas dafür tun, dass es in Deutschland wieder mehr Kinder gibt. Tja, sieht schlecht aus mit der Produktion neuer Renteneinzahler, Leute. Jede Frau, die halbwegs bei Verstand ist und den prospektiven Kindsvater nicht gerade aus einer Charakterwettbewerbs-Siegergruppe, möglichst Kategorie „Fels in der Brandung“, gewählt hat, liest sich die aktuellen Statistiken durch, überschlägt mal eben ihr persönliches Armutsrisiko – und verzichtet auf Nachwuchs.




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