365 x Deutschland


116. Bald ist wieder Buchmesse
30. September 2010, 16:50
Filed under: Bücher, Deutschland, Technik, Wo bleibt das Positive? | Schlagwörter: , ,

Diesmal zu Gast in Frankfurt: Argentinien (von leerestademoda.com, mit Dank an Karen).



115. Und was träumt so ein Atomstrom-Dealer nachts?
23. September 2010, 07:21
Filed under: Deutschland, Politik, Umwelt, Wirtschaft & Wahnsinn | Schlagwörter: , , , , , ,

Im Juni 2005 stand in der GAZETTE Nr. 6 die Story „Mindestens haltbar bis Ende 12000“ über das Atommüll-Endlager im Yucca Mountain/USA: Eva von Schaper denkt hier darüber nach, wie lange das Dreckszeug in der Wüste von Nevada vor sich hin strahlen wird, und wie man wohl unsere Nachkommen darüber informieren könnte, was da verbuddelt ist. Derlei Weitsichtigkeit liegt unserer sogenannten Regierung mehr als fern. Diese Leute überlegten doch tatsächlich, nicht nur – gegen alle Vereinbarungen – die Laufzeiten unserer Atomkraftwerke zu verlängern, sondern die Entsorgung ihrer Abfallprodukte auch noch in die Wirtschaft, (über fefe Tue Sep 21 2010) auszulagern: Eine DDR-Firma, die jetzt dem Finanzministerium gehört, böte sich da an. Weil die ja so viel von Strahlenschutz verstehen. Hehe, tolle Idee; Beispiele für gelungene Privatisierungen gibt’s ja zuhauf, ich sage nur: Die Bahn. Und dann wundern sich unsere Verwaltungsheinis, wenn Die Grünen die nächste Volkspartei werden.

Nachtrag: Beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit kann man mal nachfragen, wie sie uns solche hirnverbrannten Überlegungen verkaufen wollten … der arme Seibert ist schon ganz schmal und blass vom Dementieren.



114. Intersuff 2010
22. September 2010, 10:27
Filed under: Bücher, Deutschland, SchwarzRotGold | Schlagwörter: , , ,

Ähnlichen Kultcharakter wie das rheinische Jeckenspektakel genießt das Münchner Oktoberfest auf der Theresienwiese. Es gilt mit jährlich über sechs Millionen Besuchern als eines der größten Volksfeste der Welt, für das die Münchner Brauereien ein spezielles Bier namens Wiesn Märzen mit mehr Stammwürze und damit auch höherem Alkoholgehalt (6 bis 7 Prozent) herstellen. (…) Außer dem Oktoberfest, das bei vielen Touristen den Ruf genießt, man müsse es unbedingt erlebt haben, veranstalten die Deutschen jede Menge Feste, in den Städten zum Beispiel Volks- und Straßenfeste, in den Gemeinde Winzerfeste mit Weinkönigin, Schützenfeste mit Schützenkönig/-in (…). Ähnlich wie beim Sonntagsgottesdienst ist die Teilnahme an den Festivitäten vielerorts unausgesprochene gesellschaftliche Pflicht – gerade für neu Zugezogene, wollen sie nicht als arrogant, verschroben oder sogar ‚verdächtig‘ eingestuft werden.“

Thomas Wieczorek Einigkeit und Recht und Doofheit – Warum wir längst keine Dichter und Denker mehr sind (Knaur)



113. Internationaler Tag des Friedens, oder: Seid lieb zu Tieren II

Tiere haben keine Gefühle? Soso. Wer jemals gesehen hat, wie etwa der Hund einen anschaut, wenn man nach Schlüssel und Tasche greift und Anstalten macht, das Haus zu verlassen, OHNE IHN, der hat eine anschauliche Erklärung von „vorwurfsvoll“, falls er oder sie zufällig mal eine braucht. Oder die „dumme Kuh“ – eine Invektive, die ich durchaus schon verwendet habe: Hornvieh ist tatsächlich nur in dem Sinn dumm, dass es sich vertrauensvoll mit Schnellmastfutter versorgen und anschließend zur Tötungsmaschinerie führen lässt… So warte ich jetzt mit Grauen darauf, dass meine Freundin Jonathan Safran Foers Buch Fleisch essen gelesen hat und mir leiht. Natürlich habe ich keine Lust, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Hat kaum jemand. Aber ich habe auch immer weniger Lust, die unter grässlichen Bedingungen produzierte Ware der Fleischlieferanten zu verspeisen. Für heute hat die UN den „Tag des Friedens“ ausgerufen. Die meisten werden es ausgesprochen weibisch finden, wenn eine sich einbildet, durch fleischlose Kost zum Weltfrieden beizutragen. Hehe, oder? Aber was, wenn es einmal viele sein werden? Und kommt mir jetzt nicht mit all den arbeitslosen Schlachtern.



112. Ausländer

Nikolai Podak hat uns auf diesen aktuellen Kommentar zur Sarrazin-Debatte aufmerksam gemacht. Danke schön.



111. Das ist doch ein Witz
15. September 2010, 14:52
Filed under: Deutschland, Gesundheits-Politik, Was fehlt uns denn? | Schlagwörter: , , ,

Kennen Sie den? Es gibt ein neues Spiel nur für Ärzte, das geht so: Auf einem quadratischen Spielfeld liegen in der Mitte € 50.000,- – nun nehmen in je einer Ecke des Felds Aufstellung: ein guter Orthopäde, ein schlechter Orthopäde, ein Chirurg und ein Radiologe. Wer am schnellsten beim Geld ist, bekommt es. Wer gewinnt? Immer der schlechte Orthopäde. Wieso? Ganz einfach, die linke obere Ecke bleibt stets leer bei diesem Spiel – es gibt keine guten Orthopäden. Der Chirurg hat die Spielregeln nicht verstanden, und der Radiologie setzt sich für läppische € 50.000,- nicht in Bewegung…

(Disclaimer: Ich verwahre mich selbstverständlich gegen die Verunglimpfung einer ganzen Berufsgruppe. Wäre doch gelacht, wenn da auch nur ein Körnchen Wahrheit dran wäre. Danke, Christiane!)

Nachtrag: Bono hat gestern während seines München-Konzerts den Bayern-Doc gelobt. Okay, gibt es also  e i n e n guten Orthopäden. Aber der würde sich wegen der 50.000.- natürlich auch nicht in Bewegung setzen.



110. Der hässliche Deutsche
12. September 2010, 16:10
Filed under: Deutschland, Kultur, SchwarzRotGold, Was fehlt uns denn? | Schlagwörter: , , ,

Der junge Herr von Leitner nennt in seinem engagierten und für deutsche Verhältnisse höchst unterhaltsamen Empörungs-Blog den Spiegel gern das „ehemalige Nachrichtenmagazin“. Das ist lustig und entlarvend. Nur: Wo nähme fefe seine Trouvaillen her, gäbe es nicht die Mainstream-Medien samt ihrem Recherche-Apparat, den (bezahlten) Journalisten und Satirikern… beim ZDF zum Beispiel, in der heute-Show, hat er diesen Schnipsel gefunden:

Und in Ausgabe 34/2010 des oben erwähnten und sicher oft zu Recht gescholtenen Print-Magazins ist folgende Abbildung abgedruckt (zum Vergrößern draufklicken):

Ojeoje. Günther Jauch! Jogi Löw! Schweini! Zensursula! Ich-bin-dann-mal-weg-Hape! Heidi Klum…. Dieser schnauzbärtige Wichtigtuer mit dem ausländisch (!) klingenden Namen, der sich solche Sorgen darum macht, dass Deutschland sich selbst abschaffen könnte, wähnt sich wohl immer noch im Land der Dichter und Denker. Das war v o r der Hitlerei, Alterchen. Da gab’s tatsächlich mal die Freundschaft zwischen Goethe und Schiller, da ging Humboldt im Berliner Salon von Rahel Varnhagen ein und aus (naja, die war Jüdin, das ist vielleicht ein blödes Beispiel). Aber heute? Neiiin, Ackermann beim Abendessen mit Merkel zähle ich nicht zu den kulturellen Highlights. Man sollte sich diese Aufstellung von aktuellen Vertretern unserer Leitkultur lange und genau anschauen und dann ehrlich antworten: Wär’s wirklich sooo schade um d i e s e s Deutschland? Ich frage ja nur.




%d Bloggern gefällt das: