365 x Deutschland


166. Europa = Euro? Nee, Leute.

Die neue GAZETTE ist wieder ziemlich lesenswert. Herausgeber Fritz Glunk erklärt im Deutschlandradio u.a., warum er diesmal sogar den notorischen Sinn zu Wort kommen lässt. Und, im Editorial, inwiefern Merkel mit ihrer Gleichung „Europa = Euro“ Blödsinn verzapft: „Europa wird leben, solange es eine Idee ist, ein gutes politisches Projekt. Als Geldmaschine für eine Oligarchie globaler Banken mit angehängtem Euro-Finanzminister wird es untergehen.“



165. Der Papst auf Mission nach innen
22. September 2011, 09:45
Filed under: Deutschland, Filme, Kirche, Pfaffen, Wo bleibt das Positive? | Schlagwörter: , , , , ,

Aus gegebenem Anlass heute ein Zitat aus dem Lexikon der deutschen Ärgernisse

Päpste

Männer in Röcken! Alte Zausel, die aussehen wie böse Omis – und sich ungefragt in die Beischlaf- und Verhütungsgepflogenheiten wildfremder Menschen einmischen! Geht’s noch? Als der letzte starb, soll die polnische Putzhilfe meiner Freundin geweint haben; ja, den mochten die Leute irgendwie. Aber der jetzige, der „Wir sind Papst“-Papst! Jungejunge. P. können unfehlbare Statements abgeben. Wir anderen nennen es Altersstarrsinn (siehe dort).

Zur Entspannung empfehle ich „Agora“ von Alejandro Amenábar – der Spanier zeigt schön kitschig, wie es gewesen sein k ö n n t e, als die Christen sich noch von einer Sekte unter vielen zur Leitkultur-Instanz hochschlägern mussten.



164. Nachdenken über Geld V. Oder: Wenn „die Basis“ aufmuckt

Wie weit sich die politische Klasse vom Wahlvolk entfernt hat, machen ja nicht nur Fernsehbilder deutlich, in denen bräsige oder nassforsche Wichtigtuer den Kolonnen von extrabulligen Spritschluckern entsteigen, um gemeinsam zu beschließen, welchen Stromriesen und Finanzmarktfürsten diesmal die Steuergelder in den Rachen geworfen werden sollen. Auch Heerscharen williger Helfer jeder Couleur haben den ganzen Unsinn auf Gemeindeebene lange mitgetragen, doch jetzt scheinen die ersten aufzumucken, sogar bei der CDU. Allerdings sehe ich noch wenig Chancen für tiefgreifende Innovationen in einer derart vom Lobbyismus dominierten Parteienlandschaft. In unseren festgefahrenen Strukturen etwas zu bewegen wird eher auf zwei anderen Ebenen möglich sein – und zwar auf beiden über, genau, das Geld. Da ist einmal die Möglichkeit der regionalen Währungen. Den Abzockern das Handwerk legen wird nicht ganz einfach werden, aber in Österreich, der Heimat des „Schwundgelds“, in der Schweiz (WIR-Bank) und auch bei uns gibt es bereits ausreichend Erfahrungen mit Regiogeld. Jetzt fehlen noch die mutigen Kommunalpolitiker, die ein bisschen weiter denken, denen die Macht und die dicken Autos und die Fernsehbilder wurst sind. Und dann gibt es das Netz. Elektronisch unterstützte Verabredung zu Collaborative Consumption, vom Carsharing bis zum Micro-Kredit: Da geht’s lang. Denn – ich sag’s wirklich ungern – wir sind das Volk.



163. Schöne neue Welt der Selbstvermarktung

 

Cover_1_neu KopieDiese ganze Ich-AG-Entwicklung ist richtig blöd, wenn eine/r zwar Talent zum Schreiben hat, aber keines dazu, sich selbst zu vermarkten. Ego-Branding heißt das auf Neudeutsch. Zum Glück verfüge ich über eine gewisse Großmäuligkeit, deswegen sind Sie hier. Zur Erinnerung: Dieses Web-Tagebuch, das sporadisch deutschen Alltag beobachtet und kommentiert, entstand aus Ärger (siehe Eintrag Nr.1) über die Verlagsbranche, die ihren Job inzwischen einfach grottenschlecht macht. Natürlich gibt es Ausnahmen. Nur: Ich lebe mit einem – in Intellektuellen-Kreisen wohlbekannten – Sachbuch-Autor, und selbst bei dessen Büchern, inzwischen sind es 14 oder 15, schielen die Damen und Herren Verleger/Lektoren jetzt auf „Publikumswirksamkeit“ und „Marktwert“, frei nach dem Motto „also, Vampir-Romane wären der Bringer“. So was Dämliches, wenn einer lieber über Joyce schreibt oder Balladen-Sammlungen herausgibt. Also bitte, tun Sie mir den Gefallen und „liken“ Sie wenigstens mein Buch, wenn Sie einen Facebook-Account haben: einfach auf den Link gehen und dort „Gefällt mir“ klicken. Danke sehr.




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