365 x Deutschland


202. Vom Ausland lernen: Brasiliens Präsidentin sagt wegen NSA US-Staatsbesuch ab

202. Vom Ausland lernen

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roussef

So geht Politik. Dilma Rousseff, seit dem 1. Januar 2011 Präsidentin der Föderativen Republik Brasilien, sagte einen geplanten wichtigen Staatsbesuch in den USA ab. Grund: Die Bespitzelung brasilianischer Bürger und Behörden durch die NSA. Daran konnt auch ein 20minütiger Anruf des US-Präsidenten Barack Obama nichts ändern.

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196. Was ich an Deutschland mag III

Du kannst immer nur meckern, meckern, meckern.“ Quentin Tarantino zu George Clooney in „From Dusk till Dawn

Über Deutschland abzulästern ist einfach. Ich habe mich so lange im Blog über unsere Verhältnisse, Zustände und Verfasstheiten geärgert, bis ein ganzes Buch daraus wurde. Es ist ein Lexikon, und natürlich wird so etwas nie wirklich fertig, denn es tauchen ja dauernd neue Anlässe zum Sich-die-Haare-raufen auf. Aber ich habe versprochen, auch über Deutschlands gute Seiten nachzudenken. Derzeit muss ich mich jedoch ein wenig anstrengen, um vor mir selbst zu begründen, wieso ich eigentlich in diesem Land bleibe. („Geh doch nach drüben, wenn dir was nicht passt“: d a s habe ich lange nicht mehr gehört – und hier hätten wir bereits eine erste positive Entwicklung, immerhin.)

Nur: Merkel und Rösler, Steinbrück und Roth in der Mitte der Neo-Spießer-Gesellschaft mit all ihren erhobenen Zeigefingern und ihrer verkorksten Weltmeisterschaft in Vergangenheits“bewältigung“ und ihrer vorbildlichen Mülltrennung, dazu links außen Gesine „Klar brauchen wir so etwas wie die Stasi wieder, wenn der Kommunismus gesiegt hat“ Lötzsch, und am entgegengesetzten Ende des politischen Spektrums die antisemitischen braunen Vollidioten – uaaah. („Geh doch selbst in die Politik“, höre ich Fritz Effenberger sagen, aber das wird nix, solange die Piraten heuchlerisch über Post-Gender schwafeln und es nicht schaffen, sich deutlich gegen rechtes Pack abzugrenzen.)

Aber bitte, da ohnehin alles Private politisch ist, suche ich eben bei den persönlichen Vorlieben weiter. Hm. Über das deutsche Wetter musst du mit einer Wintersporthasserin nicht diskutieren; die Hälfte des Jahres ist suboptimal, drei Monate davon sind nachgerade unkuschelig. Gut, in Australien ist jetzt Sommer, aber die Freunde dort versichern glaubhaft, dass es sogar zu heiß ist, um auch nur mit dem Hund spazieren zu gehen. Freunde: gutes Stichwort. Natürlich könnte ich woanders neue Freunde finden. Aber meine alten würde ich doch schrecklich vermissen. Also, die Sorte Freunde, die problemlos in 30 bis 60 Minuten zu erreichen ist, wenn nötig, auch mitten in der Nacht. Halten wir fest: Was ich an Deutschland mag, sind meine Freunde. Was noch? Familie? Da kommt mir wieder Australien in den Sinn. Natürlich liebe ich meine Familie, aber lebte ich auf den Antipoden, sähe ich sie ungefähr so oft, wie ich sie sehen möchte.

Was also ist schön in Deutschland? Nun, wir haben keinen so schlimmen Smog wie China, weniger Arbeitslose als Spanien oder Griechenland, weniger Besoffene auf den Straßen als Großbritannien, bissl mehr Demokratie als Putins Russland und – trotz zahlreicher Durchstechereien – immer noch besseres Fernsehen als Italien. Das ist doch schon mal was… vielleicht fällt der geneigten Leserschaft noch mehr Positives ein?



194. Von Uruguay lernen

Danke, Fritz.

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Der amtierende Präsident von Uruguay, José Mujica, bekommt ein Präsidentengehalt von 12.500 US-Dollar oder 9852 Euro. Davon spendet er 90 Prozent für soziale Zwecke, lebt also von 985 Euro. Er sieht das nicht als Problem, schliesslich hätten die meisten seiner Landsleute weniger zum Leben, sagt er.

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191. Von den Isländern lernen II

Nachtrag zu Beitrag 121: Jetzt könnten die Politiker von Island auch erfahren, wie man mit den Bankstern umgeht:

http://www.businessweek.com/news/2012-08-12/imf-says-bailouts-iceland-style-hold-lessons-for-crisis-nations

(via fefe)

PS. Warum bietet eigentlich Island dem Assange nicht Asyl an, bevor ihn die SAS aus der Ecuadorianischen Botschaft „befreit“? Ich mein, so ’ne Bananenrepublik ist mal rasch ins Abseits gestellt ( 101. Luftlande, und fertig), aber die Wikinger? Wenn die sich an ihrer Vergangenheit erinnern, dann ist was gefällig.



190. Von Ecuador lernen

Natürlich hat Ecuador mit den USA noch ein Hühnchen zu rupfen. Jetzt haben sie Gelegenheit dazu, und es ist doch zu niedlich, wie so lupenreine Demokratien wie Schweden und Großbritannien von dieser (vormaligen?) Bananenrepublik vorgeführt werden… Ich darf mal kurz den jungen Herrn von Leitner dazu zitieren:

„Angeblich haben die Briten gedroht, die Botschaft von Ecuador zu stürmen, um Julian Assange festzunehmen. Das wäre ein diplomatischer Schlag ins Gesicht nicht nur von Ecuador und hätte sicher ein diplomatisches Nachspiel auch mit anderen Ländern in der Gegend. Insofern wundert mich nicht, dass sie das jetzt auch gleich wieder „vorerst“ dementiert haben. Das kann ich mir nicht vorstellen, dass England so tief sinkt. Noch nicht. Aber leider scheint das ja deren Spezialität zu sein, Erwartungen eines Mindesmaßes an zivilisatorischer Errungenschaft dann später zu enttäuschen. Da muss man schon den Iran zitieren, um ein Beispiel zu finden, wann das mal jemand gemacht hat. Und selbst der hat lieber Studenten vorgeschickt.

Update: Craig Murray erklärt die Sachlage und meint dazu folgendes:

This terrible breach of international law will result in British Embassies being subject to raids and harassment worldwide.

Das wäre der Brüller, wenn der Iran und China dann im Wochenrhythmus die britische Botschaft bei sich durchsuchen.“

Ja, ne. Und wenn man so hört, wie die USA mit dem armen Manning umgehen, kann man schon verstehen, dass der Assange nicht ausgeliefert werden möchte.



189. Vom Südsudan lernen

Diesen Wink mit dem Zaunpfahl aus Afrika wollen wir Ihnen nicht vorenthalten: Amanpour asked Alazreg whether Sudan will hand over the country’s president, Omar al-Bashir, who has been indicted by the International Criminal Court. Alazreg responded by saying that Sudan is “willing to hand over whomever, provided that America hands over Bush and the United Kingdom hands over Blair.” Tschä, auch in Südsudan sehen die Leute fern.

(vie fefe)



187. Vom jordanischen Fernsehen lernen

Das ist doch gleich viel munterer als unser Plasberg-,Will-etc.-Einheits-Talk-Karussell:

Via HuffPo – Israelis haben das Gezänk übersetzt – anscheinend ging es um Jordaniens Haltung gegenüber Syrien.




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