365 x Deutschland


201. Tschüss, Grundrechte. War schön mit euch.

Es war ein langer heißer Sommer, und eigentlich habe ich die Lust auf Meinungen verloren, vor allem auf meine eigene. Aber weil es viele Leute immer noch nicht kapiert haben, hier zumindest ein bisschen Information:



199. Happy Birthday, Agenda 2010!

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Hartz IV ist ein zehn Jahre alter Begriff – und immer noch nicht aus der Mode… Grund genug, ihn als Stichwort in Ich will hier weg, aber wohin aufzunehmen. Dieses „Lexikon der deutschen Ärgernisse“ kam übrigens als Aspirant für den Indie Autor-Preis der Leipziger Buchmesse – völlig zu Recht, wie ich finde – auf die Shortlist. Siehe Eintrag 1; seit 2009 schlage ich mich mit diesem Projekt herum. Jetzt wird auf  iTunes dafür geworben, im Rahmen der Droemer neobooks-Kooperation mit Apple Breakout Books. Die Holzmedien haben es immer noch nicht entdeckt. Aber das macht nichts: Das Buch wird auch 2019 noch aktuell sein, fürchte ich.



197. Industriell vorgefertigte Romantik

Seit Wochen hängen in jedem zweiten deutschen Schaufenster diese doofen rosa Herzen, die einen anschreien: NICHT VERGESSEN: 14. FEBRUAR IST VALENTINSTAG! Männer, lasst Euch davon morgen nicht ins Bockhorn jagen. Außer für die Millionenumsätze der Blumenhändler ist dieser Tag überhaupt nicht wichtig. Und das sage ich – eine ausgewiesene Romantikerin. Hier ein Zitat aus meinem „Lexikon der deutschen Ärgernisse“ als Postkarte, zusammen mit 9 anderen Motiven zu bestellen über die Kommentarfunktion:

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196. Was ich an Deutschland mag III

Du kannst immer nur meckern, meckern, meckern.“ Quentin Tarantino zu George Clooney in „From Dusk till Dawn

Über Deutschland abzulästern ist einfach. Ich habe mich so lange im Blog über unsere Verhältnisse, Zustände und Verfasstheiten geärgert, bis ein ganzes Buch daraus wurde. Es ist ein Lexikon, und natürlich wird so etwas nie wirklich fertig, denn es tauchen ja dauernd neue Anlässe zum Sich-die-Haare-raufen auf. Aber ich habe versprochen, auch über Deutschlands gute Seiten nachzudenken. Derzeit muss ich mich jedoch ein wenig anstrengen, um vor mir selbst zu begründen, wieso ich eigentlich in diesem Land bleibe. („Geh doch nach drüben, wenn dir was nicht passt“: d a s habe ich lange nicht mehr gehört – und hier hätten wir bereits eine erste positive Entwicklung, immerhin.)

Nur: Merkel und Rösler, Steinbrück und Roth in der Mitte der Neo-Spießer-Gesellschaft mit all ihren erhobenen Zeigefingern und ihrer verkorksten Weltmeisterschaft in Vergangenheits“bewältigung“ und ihrer vorbildlichen Mülltrennung, dazu links außen Gesine „Klar brauchen wir so etwas wie die Stasi wieder, wenn der Kommunismus gesiegt hat“ Lötzsch, und am entgegengesetzten Ende des politischen Spektrums die antisemitischen braunen Vollidioten – uaaah. („Geh doch selbst in die Politik“, höre ich Fritz Effenberger sagen, aber das wird nix, solange die Piraten heuchlerisch über Post-Gender schwafeln und es nicht schaffen, sich deutlich gegen rechtes Pack abzugrenzen.)

Aber bitte, da ohnehin alles Private politisch ist, suche ich eben bei den persönlichen Vorlieben weiter. Hm. Über das deutsche Wetter musst du mit einer Wintersporthasserin nicht diskutieren; die Hälfte des Jahres ist suboptimal, drei Monate davon sind nachgerade unkuschelig. Gut, in Australien ist jetzt Sommer, aber die Freunde dort versichern glaubhaft, dass es sogar zu heiß ist, um auch nur mit dem Hund spazieren zu gehen. Freunde: gutes Stichwort. Natürlich könnte ich woanders neue Freunde finden. Aber meine alten würde ich doch schrecklich vermissen. Also, die Sorte Freunde, die problemlos in 30 bis 60 Minuten zu erreichen ist, wenn nötig, auch mitten in der Nacht. Halten wir fest: Was ich an Deutschland mag, sind meine Freunde. Was noch? Familie? Da kommt mir wieder Australien in den Sinn. Natürlich liebe ich meine Familie, aber lebte ich auf den Antipoden, sähe ich sie ungefähr so oft, wie ich sie sehen möchte.

Was also ist schön in Deutschland? Nun, wir haben keinen so schlimmen Smog wie China, weniger Arbeitslose als Spanien oder Griechenland, weniger Besoffene auf den Straßen als Großbritannien, bissl mehr Demokratie als Putins Russland und – trotz zahlreicher Durchstechereien – immer noch besseres Fernsehen als Italien. Das ist doch schon mal was… vielleicht fällt der geneigten Leserschaft noch mehr Positives ein?



195. Meinungsfreiheit im Netz? Ach nö, wozu denn!
  • Heute will ich einfach nur fefe zitieren, wie er Heise zitiert:  Tunesien hat auf der ITU-Konferenz, auf der sie die Kontrolle des Internets übernehmen wollen, für einen Eklat gesorgt. Und zwar hat Tunesien vorgeschlagen, ein Bekenntnis zu Kommunikationsgrundrechten in die Neufassung des ITR-Vertrags aufzunehmen. Tunesien!! Nicht etwa Deutschland? Nein, Tunesien musste das vorschlagen. Das alleine ist ja schon peinlich genug.Aber noch peinlicher ist, wie es weiterging. Die USA und die EU waren explizit dagegen. Wisst ihr, wer dafür war? Die Liste ist kurz:

    Am Ende unterstützten nur die Delegationen der Schweiz und Polen den tunesischen Vorschlag.

    Eine Schande sondergleichen für unser Land. Wir müssen endlich Schwarz-Geld und ihre Honecker-Erbin loswerden, der von denen angerichtete Flurschaden ist jetzt schon kaum mehr reparabel.



194. Von Uruguay lernen

Danke, Fritz.

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Der amtierende Präsident von Uruguay, José Mujica, bekommt ein Präsidentengehalt von 12.500 US-Dollar oder 9852 Euro. Davon spendet er 90 Prozent für soziale Zwecke, lebt also von 985 Euro. Er sieht das nicht als Problem, schliesslich hätten die meisten seiner Landsleute weniger zum Leben, sagt er.

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192. Wofür sie unser Geld ausgeben

Tragischerweise leide ich unter einer Art intellktuellem Masochismus und gebe mir morgens, was der junge Herr von Leitner tags zuvor so alles ausgegraben hat über den deutschen (und gern auch internationalen) Polit-Alltag. Bitte sehr:

„T-Systems hat verhindert, dass wir einen guten Trojaner kriegen. Nein, wirklich! Woher ich das weiß? Die Antwort der Bundesregierung auf die „Kleine Anfrage“ der Linken zum Staatstrojaner ist da. Die ersten Fragen gehen gleich darum, an welche externen Dienstleister die Bundespolizei eigentlich wieviel Geld gezahlt hat. Seite 3. Größter Posten dabei: 249.259 Euro an T-Systems für „Softwareentwicklung bzw. -anpassung“, Projekt Passagierdatenbank. Das ist bei Gesamtausgaben von rund 800K über ein Viertel des Geldes! T-Systems hat auch beim Projekt Telekommunikationsüberwachung „mitgeholfen“ und dafür 68.867 Euro für „Projektcontrolling“ kassiert. Jeder Euro, den T-Systems aus dem Etat vampirisiert, steht später nicht für die Herstellung ordentlicher Trojaner zur Verfügung. In diesem Sinne: Vielen Dank, T-Systems!…“ Wollen Sie mehr wissen? Besuchen Sie fefe.

PS: Hier ist das PDF, von dem er möchte, dass wir alle ein Backup ziehen, bevor es „zufällig“ in irgendwelchen Schreddern verschwindet wie, sagen wir mal, Herrn Mappus Festplatte.

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