365 x Deutschland


199. Happy Birthday, Agenda 2010!

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Hartz IV ist ein zehn Jahre alter Begriff – und immer noch nicht aus der Mode… Grund genug, ihn als Stichwort in Ich will hier weg, aber wohin aufzunehmen. Dieses „Lexikon der deutschen Ärgernisse“ kam übrigens als Aspirant für den Indie Autor-Preis der Leipziger Buchmesse – völlig zu Recht, wie ich finde – auf die Shortlist. Siehe Eintrag 1; seit 2009 schlage ich mich mit diesem Projekt herum. Jetzt wird auf  iTunes dafür geworben, im Rahmen der Droemer neobooks-Kooperation mit Apple Breakout Books. Die Holzmedien haben es immer noch nicht entdeckt. Aber das macht nichts: Das Buch wird auch 2019 noch aktuell sein, fürchte ich.



192. Wofür sie unser Geld ausgeben

Tragischerweise leide ich unter einer Art intellktuellem Masochismus und gebe mir morgens, was der junge Herr von Leitner tags zuvor so alles ausgegraben hat über den deutschen (und gern auch internationalen) Polit-Alltag. Bitte sehr:

„T-Systems hat verhindert, dass wir einen guten Trojaner kriegen. Nein, wirklich! Woher ich das weiß? Die Antwort der Bundesregierung auf die „Kleine Anfrage“ der Linken zum Staatstrojaner ist da. Die ersten Fragen gehen gleich darum, an welche externen Dienstleister die Bundespolizei eigentlich wieviel Geld gezahlt hat. Seite 3. Größter Posten dabei: 249.259 Euro an T-Systems für „Softwareentwicklung bzw. -anpassung“, Projekt Passagierdatenbank. Das ist bei Gesamtausgaben von rund 800K über ein Viertel des Geldes! T-Systems hat auch beim Projekt Telekommunikationsüberwachung „mitgeholfen“ und dafür 68.867 Euro für „Projektcontrolling“ kassiert. Jeder Euro, den T-Systems aus dem Etat vampirisiert, steht später nicht für die Herstellung ordentlicher Trojaner zur Verfügung. In diesem Sinne: Vielen Dank, T-Systems!…“ Wollen Sie mehr wissen? Besuchen Sie fefe.

PS: Hier ist das PDF, von dem er möchte, dass wir alle ein Backup ziehen, bevor es „zufällig“ in irgendwelchen Schreddern verschwindet wie, sagen wir mal, Herrn Mappus Festplatte.

Anfrage



168. Das höchste Amt

Was mich am meisten nervt an diesem verkniffenen „Besser die Wahrheit“ – Schwurbler: Seine Nähe zu den Evangelikalen. Dürfen Christen eigentlich lügen? Im Zusammenhang mit seiner ach so viel beachteten Islam-Äußerung habe ich mich bereits furchtbar über den Schafspelz des Christian „Pro Christ“ Wulff aufgeregt. Seltsamerweise ist die Journaille schon damals nicht auf das Thema Fundamentalismus eingestiegen.



163. Schöne neue Welt der Selbstvermarktung

 

Cover_1_neu KopieDiese ganze Ich-AG-Entwicklung ist richtig blöd, wenn eine/r zwar Talent zum Schreiben hat, aber keines dazu, sich selbst zu vermarkten. Ego-Branding heißt das auf Neudeutsch. Zum Glück verfüge ich über eine gewisse Großmäuligkeit, deswegen sind Sie hier. Zur Erinnerung: Dieses Web-Tagebuch, das sporadisch deutschen Alltag beobachtet und kommentiert, entstand aus Ärger (siehe Eintrag Nr.1) über die Verlagsbranche, die ihren Job inzwischen einfach grottenschlecht macht. Natürlich gibt es Ausnahmen. Nur: Ich lebe mit einem – in Intellektuellen-Kreisen wohlbekannten – Sachbuch-Autor, und selbst bei dessen Büchern, inzwischen sind es 14 oder 15, schielen die Damen und Herren Verleger/Lektoren jetzt auf „Publikumswirksamkeit“ und „Marktwert“, frei nach dem Motto „also, Vampir-Romane wären der Bringer“. So was Dämliches, wenn einer lieber über Joyce schreibt oder Balladen-Sammlungen herausgibt. Also bitte, tun Sie mir den Gefallen und „liken“ Sie wenigstens mein Buch, wenn Sie einen Facebook-Account haben: einfach auf den Link gehen und dort „Gefällt mir“ klicken. Danke sehr.



158. Am deutschen Wesen…

Gassigang gestern am Flüsschen: Ein älterer, noch recht strammer Herr in Badehose „arbeitet“ mit seinem Hund: Sitz, Platz, hol das Bällchen. Der Hund, ebenfalls ein älteres Semester, humpelt willig los und bricht, kaum hat er die Aufgaben erfüllt, erschöpft im Schatten zusammen. Es hat an die dreißig Grad, mein Hund und ich sehen der Plackerei relativ verständnislos zu. Auf meine Frage, warum er den Hund so fordere, antwortet der Mann: Nun, der sei zwar krank, aber er selbst würde sich doch viel abverlangen – da müsse der Hund eben auch „Leistung“ bringen… Endlich verstand ich, wie Merkel das meint in Bezug auf die Griechen, diese faulen Hunde: Unter dem Euro-Schutzschirm Im Schatten liegen, sich ausruhen, wie? Nix da.



153. Sloterdijks Rede zur Freiheit

Hat ja bissl gedauert, bis sie online war. Ich stell sie hier hin, um bei Gelegenheit anzuhören, was S. über die FDP und Stress sagt:



133. Sprachschund III oder: Das „Kreiswehrersatzamt“

Wird 2011 hoffentlich ersatzlos gestrichen. Allein das Wort kann einen Menschen von Stil und Geschmack dazu veranlassen, die Heimat solcher Wortschöpfungen zu verlassen.




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