365 x Deutschland


203. „Einige Deiner Besucher werden hier von Zeit zu Zeit eine Anzeige sehen.“

Das teilt mir WordPress mit mit dürren Worten mit. Und das ist der Nerv mit „kostenlosen“ Hosts. Genau wie ich bei Telekom oder Vodafone zahlen soll, wenn ich eine gedruckte Rechnung bekommen will, soll ich bei WordPress zahlen, wenn ich keine Anzeigen will. Denke gar nicht daran. Überseht die Anzeigen bitte einfach. Oder meldet sie, wenn sie eklig, frauenfeindlich oder einfach nur blöd sind. Danke.

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199. Happy Birthday, Agenda 2010!

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Hartz IV ist ein zehn Jahre alter Begriff – und immer noch nicht aus der Mode… Grund genug, ihn als Stichwort in Ich will hier weg, aber wohin aufzunehmen. Dieses „Lexikon der deutschen Ärgernisse“ kam übrigens als Aspirant für den Indie Autor-Preis der Leipziger Buchmesse – völlig zu Recht, wie ich finde – auf die Shortlist. Siehe Eintrag 1; seit 2009 schlage ich mich mit diesem Projekt herum. Jetzt wird auf  iTunes dafür geworben, im Rahmen der Droemer neobooks-Kooperation mit Apple Breakout Books. Die Holzmedien haben es immer noch nicht entdeckt. Aber das macht nichts: Das Buch wird auch 2019 noch aktuell sein, fürchte ich.



197. Industriell vorgefertigte Romantik

Seit Wochen hängen in jedem zweiten deutschen Schaufenster diese doofen rosa Herzen, die einen anschreien: NICHT VERGESSEN: 14. FEBRUAR IST VALENTINSTAG! Männer, lasst Euch davon morgen nicht ins Bockhorn jagen. Außer für die Millionenumsätze der Blumenhändler ist dieser Tag überhaupt nicht wichtig. Und das sage ich – eine ausgewiesene Romantikerin. Hier ein Zitat aus meinem „Lexikon der deutschen Ärgernisse“ als Postkarte, zusammen mit 9 anderen Motiven zu bestellen über die Kommentarfunktion:

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194. Von Uruguay lernen

Danke, Fritz.

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Der amtierende Präsident von Uruguay, José Mujica, bekommt ein Präsidentengehalt von 12.500 US-Dollar oder 9852 Euro. Davon spendet er 90 Prozent für soziale Zwecke, lebt also von 985 Euro. Er sieht das nicht als Problem, schliesslich hätten die meisten seiner Landsleute weniger zum Leben, sagt er.

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193. Tag der Deutschen Einheit

Eine historische Leistung, mit harten Devisen erkauft. Ganz prima. Gewaltfrei. Leider wurde „der Beitritt“ gesäumt von Versäumnissen. Dass wir den Kasino-Kapitalismus haben gewinnen lassen, ist eines davon. Dazu zwei Alltagsbeobachtungen:

1. Ein Freund, IT-Leiter eines großen deutschen Unternehmens, erwähnte unlängst während eines Gesprächs über den religiös anmutenden Apple-Hype, dass ihn fast jede Woche diverse Abteilungsleiter praktisch mit Tränen in den Augen um ein iPhoney anhauen: „Sie schämen sich, wenn sie im Flugzeug neben einem Apfel-Adepten sitzen und ihr FlachBerry zücken müssen“, berichtete er, „unfassbar. Erwachsene Männer. Manche haben Familien, alle haben recht nette Jahreseinkommen. Sozialneid kann es nicht sein. Sie könnten sich das Ding ja kaufen.“

2. Ein Kollege, der in den Kreisen der Superreichen als Salonkommunist geduldet wird, war zu einer privaten Veranstaltung eingeladen, in deren Verlauf, so erzählte unser Gewährsmann, einige Vorstände von DAX-Unternehmen und Großbanken sich angeregt darüber unterhielten, dass das mit dem Euro sowieso den Bach runtergehen würde und wie man sein Vermögen denn nun wirklich in Sicherheit bringen könnte. Sie kamen auf die Idee, in eine deutsche Kolonie in Kanada zu gründen, mit kanadischer Staatsbürgerschaft, versteht sich, um dort unbehelligt vom deutschen Fiskus untereinander Geschäfte machen zu können.

Irgendwie krank.



192. Wofür sie unser Geld ausgeben

Tragischerweise leide ich unter einer Art intellktuellem Masochismus und gebe mir morgens, was der junge Herr von Leitner tags zuvor so alles ausgegraben hat über den deutschen (und gern auch internationalen) Polit-Alltag. Bitte sehr:

„T-Systems hat verhindert, dass wir einen guten Trojaner kriegen. Nein, wirklich! Woher ich das weiß? Die Antwort der Bundesregierung auf die „Kleine Anfrage“ der Linken zum Staatstrojaner ist da. Die ersten Fragen gehen gleich darum, an welche externen Dienstleister die Bundespolizei eigentlich wieviel Geld gezahlt hat. Seite 3. Größter Posten dabei: 249.259 Euro an T-Systems für „Softwareentwicklung bzw. -anpassung“, Projekt Passagierdatenbank. Das ist bei Gesamtausgaben von rund 800K über ein Viertel des Geldes! T-Systems hat auch beim Projekt Telekommunikationsüberwachung „mitgeholfen“ und dafür 68.867 Euro für „Projektcontrolling“ kassiert. Jeder Euro, den T-Systems aus dem Etat vampirisiert, steht später nicht für die Herstellung ordentlicher Trojaner zur Verfügung. In diesem Sinne: Vielen Dank, T-Systems!…“ Wollen Sie mehr wissen? Besuchen Sie fefe.

PS: Hier ist das PDF, von dem er möchte, dass wir alle ein Backup ziehen, bevor es „zufällig“ in irgendwelchen Schreddern verschwindet wie, sagen wir mal, Herrn Mappus Festplatte.

Anfrage



191. Von den Isländern lernen II

Nachtrag zu Beitrag 121: Jetzt könnten die Politiker von Island auch erfahren, wie man mit den Bankstern umgeht:

http://www.businessweek.com/news/2012-08-12/imf-says-bailouts-iceland-style-hold-lessons-for-crisis-nations

(via fefe)

PS. Warum bietet eigentlich Island dem Assange nicht Asyl an, bevor ihn die SAS aus der Ecuadorianischen Botschaft „befreit“? Ich mein, so ’ne Bananenrepublik ist mal rasch ins Abseits gestellt ( 101. Luftlande, und fertig), aber die Wikinger? Wenn die sich an ihrer Vergangenheit erinnern, dann ist was gefällig.




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