365 x Deutschland


197. Industriell vorgefertigte Romantik

Seit Wochen hängen in jedem zweiten deutschen Schaufenster diese doofen rosa Herzen, die einen anschreien: NICHT VERGESSEN: 14. FEBRUAR IST VALENTINSTAG! Männer, lasst Euch davon morgen nicht ins Bockhorn jagen. Außer für die Millionenumsätze der Blumenhändler ist dieser Tag überhaupt nicht wichtig. Und das sage ich – eine ausgewiesene Romantikerin. Hier ein Zitat aus meinem „Lexikon der deutschen Ärgernisse“ als Postkarte, zusammen mit 9 anderen Motiven zu bestellen über die Kommentarfunktion:

Postkarte_gelb-rot_7

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195. Meinungsfreiheit im Netz? Ach nö, wozu denn!
  • Heute will ich einfach nur fefe zitieren, wie er Heise zitiert:  Tunesien hat auf der ITU-Konferenz, auf der sie die Kontrolle des Internets übernehmen wollen, für einen Eklat gesorgt. Und zwar hat Tunesien vorgeschlagen, ein Bekenntnis zu Kommunikationsgrundrechten in die Neufassung des ITR-Vertrags aufzunehmen. Tunesien!! Nicht etwa Deutschland? Nein, Tunesien musste das vorschlagen. Das alleine ist ja schon peinlich genug.Aber noch peinlicher ist, wie es weiterging. Die USA und die EU waren explizit dagegen. Wisst ihr, wer dafür war? Die Liste ist kurz:

    Am Ende unterstützten nur die Delegationen der Schweiz und Polen den tunesischen Vorschlag.

    Eine Schande sondergleichen für unser Land. Wir müssen endlich Schwarz-Geld und ihre Honecker-Erbin loswerden, der von denen angerichtete Flurschaden ist jetzt schon kaum mehr reparabel.



187. Vom jordanischen Fernsehen lernen

Das ist doch gleich viel munterer als unser Plasberg-,Will-etc.-Einheits-Talk-Karussell:

Via HuffPo – Israelis haben das Gezänk übersetzt – anscheinend ging es um Jordaniens Haltung gegenüber Syrien.



174. Braun II, oder: Wie wird eine deutsche Frau zur Neo-Nazisse?

Bereits eine meiner ersten Kolumnen in der GAZETTE beschäftigte sich mit weiblichen Nazis  – und  ich kapiere heute so wenig wie damals, dass es nach dem Holocaust überhaupt noch Nazis gibt. Am allerwenigsten verstehe ich, wie Frauen da mitmachen konnten/können. Das ist natürlich ein Vorurteil, deshalb höre ich meiner Schwiegermutter (86) sehr genau zu, wenn sie erzählt, wie das damals war, wenn man nicht zu den Gruppenabenden wollte. Und ich weiß auch, dass es KZ-Wärterinnen gab, und flammende Hitler-Verehrerinnen aus den besten Kreisen, darunter übrigens Coco Chanel und Wallis Simpson, die heute noch von politisch unbeleckten Modefuzzis als Stil-Ikonen gefeiert werden. Ulrike Heidenreich hat in der Süddeutschen Zeitung vom 21./22. Januar 2012 einen aufschlussreichen Artikel über Nazissen veröffentlicht, den ich online nicht gefunden habe und deshalb hierher kopiere :

SZ Januar 2012 I
SZ Teil 2

Zum Vergrößern auf die Bilder klicken. Die Qualität lässt zu wünschen übrig, das bitte ich zu entschuldigen. Versuchen Sie dennoch, diese Analyse zu lesen, denn das Thema ist wichtig: Die verkorksten Gören in Springerstiefeln von vor zehn Jahren sind inzwischen in der „Mitte der Gesellschaft“ angekommen“. Es leben ja nur noch wenige Zeitzeugen, die den jungen Frauen im O-Ton, so von Mensch zu Mensch, verständlich machen könnten, was sich aus derlei Gedankengut entwickelt; meine Schwiegermutter zum Beispiel, oder Marcel Reich-Ranicki. Hier seine Rede vor dem Bundestag im Wortlaut. Ist es wirklich das, was diese Weiber mit ihrer Deutschtümelei erreichen wollen?

Nachtrag: Heike Pohl empfahl mir diesen Link – hier wird so eine braune Übermutter vorgestellt. Interessante Lektüre.



171. Nachruf auf eine deutsche Radio-Sendung

Seine Stimme begleitete mich seit meiner Kindheit – aber ich hatte bis heute noch nie ein Foto von ihm gesehen. Hier sind viele. Und jetzt ist die „Sonntagsbeilage“ weg – die Sendung, die mir Michael Skasa zum Inbegriff des spitzfindigen Radio-Feuilletonisten werden ließ: Die Sonntagsbeilage in Byern 2. Unangepasst und profund gebildet, hochmusikalisch, frech und professionell. Mei, schad. Alles Gute zum 70., Herr Skasa. And may you stay forever young.

Michael Skasa



165. Der Papst auf Mission nach innen
22. September 2011, 09:45
Filed under: Deutschland, Filme, Kirche, Pfaffen, Wo bleibt das Positive? | Schlagwörter: , , , , ,

Aus gegebenem Anlass heute ein Zitat aus dem Lexikon der deutschen Ärgernisse

Päpste

Männer in Röcken! Alte Zausel, die aussehen wie böse Omis – und sich ungefragt in die Beischlaf- und Verhütungsgepflogenheiten wildfremder Menschen einmischen! Geht’s noch? Als der letzte starb, soll die polnische Putzhilfe meiner Freundin geweint haben; ja, den mochten die Leute irgendwie. Aber der jetzige, der „Wir sind Papst“-Papst! Jungejunge. P. können unfehlbare Statements abgeben. Wir anderen nennen es Altersstarrsinn (siehe dort).

Zur Entspannung empfehle ich „Agora“ von Alejandro Amenábar – der Spanier zeigt schön kitschig, wie es gewesen sein k ö n n t e, als die Christen sich noch von einer Sekte unter vielen zur Leitkultur-Instanz hochschlägern mussten.



163. Schöne neue Welt der Selbstvermarktung

 

Cover_1_neu KopieDiese ganze Ich-AG-Entwicklung ist richtig blöd, wenn eine/r zwar Talent zum Schreiben hat, aber keines dazu, sich selbst zu vermarkten. Ego-Branding heißt das auf Neudeutsch. Zum Glück verfüge ich über eine gewisse Großmäuligkeit, deswegen sind Sie hier. Zur Erinnerung: Dieses Web-Tagebuch, das sporadisch deutschen Alltag beobachtet und kommentiert, entstand aus Ärger (siehe Eintrag Nr.1) über die Verlagsbranche, die ihren Job inzwischen einfach grottenschlecht macht. Natürlich gibt es Ausnahmen. Nur: Ich lebe mit einem – in Intellektuellen-Kreisen wohlbekannten – Sachbuch-Autor, und selbst bei dessen Büchern, inzwischen sind es 14 oder 15, schielen die Damen und Herren Verleger/Lektoren jetzt auf „Publikumswirksamkeit“ und „Marktwert“, frei nach dem Motto „also, Vampir-Romane wären der Bringer“. So was Dämliches, wenn einer lieber über Joyce schreibt oder Balladen-Sammlungen herausgibt. Also bitte, tun Sie mir den Gefallen und „liken“ Sie wenigstens mein Buch, wenn Sie einen Facebook-Account haben: einfach auf den Link gehen und dort „Gefällt mir“ klicken. Danke sehr.




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